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Israelische Armee: Rotes Kreuz auf dem Weg zur Abholung der ersten Geiseln im Norden
Ein Konvoi des Roten Kreuzes ist nach israelischen Angaben auf dem Weg in den Norden des Gazastreifens, um eine erste Gruppe von freigelassenen Hamas-Geiseln in Empfang zu nehmen. Wie die israelische Armee am Montag mitteilte, wird die Übergabe an einem "Treffpunkt im nördlichen Gazastreifen stattfinden, wo mehrere Geiseln übergeben werden sollen". Weitere Geiseln werden demnach später von der islamistischen Hamas an das Rote Kreuz übergeben.
Nach ihrer Ankunft in Israel sollten die zurückgekehrten Geiseln zunächst zum Armeestützpunkt Reim im Süden Israels gebracht werden, wo sie erstmals seit mehr als zwei Jahren ihre engsten Angehörigen wiedertreffen werden. Nach Angaben der israelischen Armee wurde die Anlage zur Erstaufnahme der zurückgekehrten lebenden Geiseln so erweitert, dass sie unverzüglich medizinisch versorgt und persönlich betreut werden können.
Nach dem Wiedersehen mit ihren Familien sollen die Rückkehrer zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. In Israel besteht große Sorge um den Gesundheitszustand der Geiseln, die von der Hamas mehr als zwei Jahre in unterirdischen Tunneln gehalten und ausgehungert wurden. In von der Hamas veröffentlichten Propagandavideos waren immer wieder von ihr verschleppte Geiseln in Tunneln zu sehen.
Insgesamt sind nach israelischen Informationen noch 48 Geiseln in der Gewalt der Hamas im Gazastreifen. Nach Angaben von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sind 20 beim Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 verschleppte Geiseln noch am Leben, weitere 27 sind tot. Insgesamt sieben der Geiseln sind auch deutsche Staatsbürger.
Im Zuge der zwischen Israel und der Hamas getroffenen Vereinbarung gemäß dem Friedensplan von US-Präsident Donald Trump sollen am Montag alle verbliebenen Geiseln von der Hamas an Israel übergeben werden. Die Frist für die Freilassung der Geiseln läuft am Montag um 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) ab.
Unter den zu übergebenden Toten ist auch die Leiche der einzigen noch im Gazastreifen als Geisel festgehaltenen Frau. Übergeben werden sollen zudem die sterblichen Überreste eines bereits 2014 getöteten und seitdem im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Soldaten.
Israelischen Medienberichten zufolge wird in Israel davon ausgegangen, dass alle Geiseln vor der Ankunft von US-Präsident Donald Trump freigelassen werden. Trump soll am Montag zu einem Kurzbesuch in Israel landen, wo er Geisel-Familien treffen und eine Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament in Jerusalem, halten will.
R.Fischer--VB