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Tausende Ureinwohner protestieren am achten Tag in Folge in Ecuador
Tausende Ureinwohner und Vertreter anderer Gruppen haben am Montag (Ortszeit) in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito erneut gegen hohe Spritpreise protestiert. Es war der achte Tag in Folge mit Demonstrationen in Quito.
Präsident Guillermo Lasso weitete am Montag (Ortszeit) den Ausnahmezustand von bisher drei auf sechs Provinzen aus. In Quito wurde eine Ausgangssperre verhängt. Der Ausnahmezustand erlaubt es dem Präsidenten, die Armee einzusetzen und bestimmte Bürgerrechte auszusetzen.
Am Montag bewegten sich die meisten Demonstranten zu Fuß, auf Motorrädern und Lkws vom südlichen Viertel Cutuglagua aus ins Stadtzentrum, etwa hundert von ihnen kamen aus dem Norden. Am Protestzug, der sich auf einer der Fahrbahnen einer breiten Straße bewegte, nahmen nach Beobachtung von AFP-Journalisten Männer und Frauen mit Kindern teil. Manche Demonstrierende trugen ecuadorianische Fahnen, andere Stangen und Schutzschilde aus Holz und Metall.
In den vergangenen Tagen hatten Indigene auch mit Straßenblockaden gegen die hohen Spritpreise in Ecuador protestiert. Am Rande der Proteste kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, dutzende Menschen wurden verletzt. Zu den Protesten aufgerufen hat die Indigenen-Organisation Conaie. Sie hatte im Jahr 2019 Demonstrationen in Ecuador angeführt, bei denen elf Menschen getötet worden waren.
Das erdölproduzierende südamerikanische Land leidet unter starker Inflation, Arbeitslosigkeit und Armut, die Probleme wurden durch die Corona-Pandemie noch verschärft. Seit 2020 sind die Kraftstoffpreise stark gestiegen. Bereits im Oktober 2021 hatte es gewalttätige Proteste gegen die hohen Spritpreise gegeben, elf Menschen wurden dabei getötet und mehr als 1000 verletzt.
Mehr als eine Million der 17,7 Millionen Einwohner Ecuadors sind Indigene. Ihrem Protest haben sich inzwischen Studenten, Arbeiter und Mitglieder anderer Gruppen angeschlossen, die unter der Wirtschaftskrise besonders leiden.
N.Fournier--BTB