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Mindestens fünf Tote und Dutzende Verletzte bei Selbstmordanschlag in Kabul
Bei einem Selbstmordanschlag nahe dem afghanischen Außenministerium sind am Mittwoch laut Polizei mindestens fünf Menschen worden. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Die italienische Nichtregierungsorganisation Emergency NGO teilte mit, in das von ihr betriebene Krankenhaus in der Hauptstadt Kabul seien mehr als 40 Verletzte eingeliefert worden. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die mit den in Afghanistan herrschenden Taliban verfeindet ist.
Ein IS-Mitglied habe es geschafft, an den Sicherheitsbarrieren der Taliban vorbeizugelangen, vermeldete Amak, das Verlautbarungsorgan der regionalen IS-Gruppierung, über den Onlinedienst Telegram. Das IS-Mitglied habe sich dann mit "seinem Sprengstoffgürtel inmitten von Mitarbeitern und Wachleuten" in die Luft gesprengt.
Laut Polizeisprecher Chalid gab es eine Explosion "auf der Straße zum Außenministerium". Fünf Zivilisten seien getötet und "eine Reihe anderer verletzt" worden. Er kündigte an, die Verantwortlichen für diese Tat würden "gefunden und bestraft.
Die radikalislamischen Taliban beanspruchen für sich, seit ihrer Rückkehr an die Macht im August 2021 die Sicherheitslage im Land verbessert zu haben. Seitdem gab es jedoch eine große Anzahl von Bombenexplosionen und Angriffen. Zu den meisten bekannte sich der afghanische Ableger des IS.
Ein Team der Nachrichtenagentur AFP führte zum Zeitpunkt des Anschlags ein Interview im benachbarten Informationsministerium. Fahrer Jamshed Karimi wartete im Auto, als er einen Mann mit Rucksack und einem Kalaschnikow-Gewehr über der Schulter sah. "Er ging an meinem Auto vorbei, und nach ein paar Sekunden gab es eine laute Explosion", sagte Karimi. Er habe gesehen, wie ein Mann "sich in die Luft gesprengt" habe.
Karimi sprach von 20 bis 25 Opfern. Er wisse nicht, wieviele dieser Opfer tot und wieviele verletzt seien.
Emergency NGO erklärte, die Opferzahlen stiegen in einem Ausmaß weiter an, dass auch in der Küche und der Kantine des Krankenhaus Betten aufgestellt worden seien. Der US-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Tom West, schrieb in Onlinedienst Twitter, dass Diplomaten "Berichte über mindestens 20 Tote und viele weitere Verletzte" erhalten hätten. "Diese Gewalt dient keinem Zweck", erklärte West.
Bilder vom Anschlagsort zeigten Körper, die im Schnee auf der Straße vor dem Gebäude im Stadtzentrum lagen. Das Außenministeriumsgebäude schien nicht allzu stark beschädigt.
"Ein Selbstmordattentäter hat versucht, ins Ministerium einzudringen, aber er hat sein Ziel nicht erreicht und wurde von den Sicherheitskräften entdeckt und hat sich in die Luft gesprengt", schrieb der Vize-Generaldirektor für öffentliche und strategische Angelegenheiten, Ahmadullah Muttaki.
Laut Vize-Informationsminister Muhadscher Farahi war für Mittwoch ein Besuch einer chinesischen Delegation im Außenministerium geplant. "Wir wissen nicht, ob sie zum Zeitpunkt der Explosion da waren", sagte er AFP. Nach Angaben Muttakis hielten sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Ausländer im Ministerium auf.
Am 12. Dezember hatten IS-Kämpfer einen Anschlag auf ein von Chinesen frequentiertes Hotel in Kabul verübt. Dabei starben mehrere Menschen. Mindestens fünf Chinesen wurden verletzt.
C.Kovalenko--BTB