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Giffey kündigt nach Silvesterkrawallen weitere Maßnahmen gegen Jugendgewalt an
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat nach den Silvesterkrawallen in der Hauptstadt weitere Maßnahmen gegen Jugendgewalt angekündigt. Es bedürfe "einer gemeinsamen Kraftanstrengung für mehr Respekt in der Stadt", sagte sie am Mittwochmittag nach einem sogenannten Gipfel gegen Jugendgewalt. Zu diesem hatte die SPD-Politikerin Akteurinnen und Akteure aus Senat, Bezirken und Zivilgesellschaft ins Rote Rathaus eingeladen.
Begründet hatte sie die Zusammenkunft unter anderem damit, dass drei Viertel der in der Silvesternacht Festgenommenen unter 25 Jahre alt seien. Neben einer konsequenten Strafverfolgung sei eine Auseinandersetzung mit den tiefergehenden Problemen notwendig, sagte Giffey nun. Das Treffen solle dabei kein einmaliges Ereignis bleiben, sondern der Beginn eines Arbeitsprozesses und "einer konzertierten Aktion" sein.
Vier Arbeitsfelder wurden demnach beschlossen: das Anknüpfen an die familiäre Situation, die außerschulische Jugendsozialarbeit, die Stadtteilarbeit und die Strafverfolgung. In diesen Bereichen solle nun weitergearbeitet werden. Für das nächste Treffen am 22. Februar kündigte die Regierende Bürgermeisterin die Vorstellung von konkreten Maßnahmen sowie der notwendigen Finanzierung an. Giffey sprach von "einem mehrstelligen Millionenbetrag", der dafür ausgeben werden solle.
Die CDU übte indes scharfe Kritik an der SPD-Politikerin und dem Treffen in Berlin - ihr Vorsitzender Friedrich Merz sprach von einer "Wahlkampfaktion". Giffey und die Berliner SPD hätten in den vergangenen Jahren genug Zeit gehabt, die Probleme anzupacken, sagte Merz der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Sie kenne das Chaos in der Stadt. "Ein runder Tisch bringt da nichts." Polizisten müssten die Rechte, die ihnen die Strafprozessordnung einräume, auch ausüben können, ergänzte Merz. In Berlin werde ihnen das jedoch vom Senat verwehrt.
Das Treffen gegen Jugendgewalt sei nur ein "SPD-Wahlkampfmanöver", sagte CDU-Bundesvize Silvia Breher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Statt weitere Gipfel anzukündigen, empfehle sie der Regierenden Bürgermeisterin dringend, endlich durchzugreifen und konsequent zu handeln. CDU-Generalsekretär Mario Czaja nannte den Gipfel einen "Ausdruck ihrer Hilflosigkeit". "Frei nach dem Motto: Wer nicht weiter weiß, gründet einen Arbeitskreis", ergänzte Czaja.
Der Landeschef der Berliner Gewerkschaft der Polizei, Stephan Weh, hofft derweil, dass nun "schonungslos und offen sowie losgelöst von der Silvesternacht und parteipolitischer Ideologie über das Thema Jugendgewalt gesprochen wird". Man sollte den Menschen zuhören, die tagtäglich mit den Problemen zu tun haben, sagte Weh der "Rheinischen Post".
M.Odermatt--BTB