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Hadsch-Höhepunkt in großer Hitze: Muslimische Pilger beten auf dem Berg Arafat
Es ist der Höhepunkt der jährlichen muslimischen Pilgerfahrt Hadsch: Zahlreiche Gläubige haben am Dienstag den Berg Arafat in Saudi-Arabien erklommen und dort gebetet. Schon am Morgen lag die Temperatur bei fast 40 Grad Celsius. Freiwillige Helfer verteilten Wasserflaschen und Sonnenschirme. Unter den mehr als 1,5 Millionen Pilgern sind in diesem Jahr nach offiziellen Angaben mehr Menschen aus dem Ausland als im vergangenen Jahr.
Bereits im Morgengrauen begaben sich tausende in Weiß gekleidete Gläubige auf den rund 70 Meter hohen Berg Arafat nahe Mekka. Dort rezitierten sie Koranverse. Auf dem Hügel soll der Prophet Mohammed seine letzte Predigt gehalten haben. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl", sagte Ahmed Abu Eles aus Ägypten, als er sich dem Arafat näherte. Für den 35-jährigen Ingenieur war es die erste Pilgerreise.
Am Montag hatten die Pilger als erstes Ritual sieben Mal die Kaaba umrundet - ein würfelförmiges Gebäude im Innenhof der Großen Moschee in Mekka. In den vergangenen Tagen waren in Mekka 44 Grad Celsius erreicht worden. Die Behörden riefen die Pilger dazu auf, viel zu trinken und sich im Freien vor der Sonne zu schützen. Der größte Teil der mehrtägigen Pilgerfahrt findet unter freiem Himmel statt. Die Helfer verteilten Sonnenschirme, da die männlichen Pilger keine Hüte tragen dürfen. Untergebracht sind die Pilger in einer riesigen Zeltstadt.
Der Hadsch fällt in diesem Jahr in eine Phase widersprüchlicher Signale aus Washington über eine mögliche Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs. In dem Konflikt hat der Iran auch mit den USA verbündete Golfstaaten wie Saudi-Arabien angegriffen. Nur rund ein Drittel der ursprünglich erwarteten 86.000 Iraner nahmen in diesem Jahr am Hadsch teil, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete. Wegen der "Lage in Kriegszeiten" seien nur gut 30.000 Gläubige aus der Islamischen Republik nach Saudi-Arabien gereist.
Nach dem Aufstieg auf den Berg Arafat verbringen die Pilger die Nacht in Musdalifa. Dort sammeln sie Kieselsteine, um ab Mittwoch in Mina das symbolische Ritual der "Steinigung des Teufels" vorzunehmen.
Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, ist angehalten, mindestens einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilzunehmen. Sie soll die letzte Pilgerreise des Propheten Mohammed vor 1400 Jahren nachempfinden.
C.Stoecklin--VB