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Papst Leo XIV. leitet erstmals Kreuzweg – 30.000 Gläubige am Kolosseum
Papst Leo XIV. hat am Karfreitag erstmals die Kreuzwegsprozession am Kolosseum in Rom geleitet. Rund 30.000 Gläubige aus zahlreichen Ländern versammelten sich am Freitagabend vor dem mit Fackeln feierlich beleuchteten Kolosseum zu der Zeremonie, die als Höhepunkt der Karwoche gilt.
Erstmals seit 2022 trug mit dem 70-jährigen Leo ein Papst das Kreuz während der Feierlichkeiten selbst, es war ein symbolträchtiger Auftakt seiner ersten Osterfeierlichkeiten seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr. Sein am Ostermontag 2025 verstorbener Vorgänger Franziskus hatte auf das Tragen des Kreuzes zuletzt aus gesundheitlichen Gründen verzichten müssen.
Der in seine Mozzetta und eine rote Stola gekleidete Leo XIV. lauschte den an den Stationen des Kreuzwegs verlesenen Meditationstexten mit geschlossenen Augen. In den Texten wurde mehrfach auf aktuelle Konflikte Bezug genommen. So hieß es, jede Autorität müsse sich auch daran messen lassen, "ob sie Kriege entfacht oder beendet".
Der Kreuzweg zeichnet die Passion Jesu symbolisch nach, also sein Leid von seiner Verurteilung bis zu seinem Tod am Kreuz.
Das Oberhaupt der Katholiken hatte bereits im Vorfeld des Kreuzwegs mehrfach zu Frieden aufgerufen. Am Freitag führte er nach Vatikanangaben Gespräche mit dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Am Dienstag hatte er die Hoffnung geäußert, US-Präsident Donald Trump suche einen "Ausweg" aus dem Krieg im Nahen Osten.
Am Samstag feiert Leo XIV. den Gottesdienst zur Osternacht im Petersdom (21.00 Uhr). Am Sonntag feiert er die Ostermesse auf dem Petersplatz, um 12.00 Uhr spendet er den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi" (zu Deutsch: der Stadt Rom und dem Erdkreis).
C.Stoecklin--VB