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Libysche Behörde: Beschädigter russischer Tanker im Mittelmeer "außer Kontrolle"
Ein Anfang März durch einen mutmaßlichen Angriff im Mittelmeer beschädigter russischer Tanker ist nach offiziellen libyschen Angaben "außer Kontrolle". Ein Abschleppversuch sei wegen schlechten Wetters gescheitert, teilte die libysche Hafen- und Seeschifffahrtsbehörde am Donnerstag mit. Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern und bis zu fünf Meter hohen Wellen habe der Abschleppvorgang nicht vorgenommen werden können. Andere Schiffe sollten sich von dem Tanker fernhalten, erklärte die Behörde weiter.
Der libysche Ölkonzern NOC hatte vor anderthalb Wochen mitgeteilt, die "Arctic Metagaz" werde in Zusammenarbeit mit dem italienischen Ölkonzern Eni in einen libyschen Hafen geschleppt. Eine Bewältigung dieser Umweltgefahr sei "vollkommen erreichbar". Die Behörden dagegen wollten ihn wegen drohender Umweltgefahren nicht an die libysche Küste schleppen.
Am 3. März hatten sich mehrere Explosionen an Bord des Tankers ereignet. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Drohnen attackiert zu haben. Die Ukraine hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
Nach russischen Angaben wurden die 30 Besatzungsmitglieder nach den Explosionen gerettet. Demnach befanden sich hunderte Tonnen Treibstoff sowie Gas an Bord. Laut den libyschen Behörden transportierte das Schiff Flüssiggas (LNG), das für Ägypten bestimmt war.
Die Umweltschutzorganisation WWF hatte gewarnt, ein Austritt des Treibstoffs könne zu einer "dauerhaften Verschmutzung" in dem Meeresgebiet führen, das zu den artenreichsten im Mittelmeerraum zählt.
Die "Arctic Metagaz" befindet sich auf Sanktionslisten der Europäischen Union und der USA, die das Schiff der russischen Schattenflotte zurechnen. Als Schattenflotte wird eine Flotte von Schiffen bezeichnet, mit denen Russland die wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten Sanktionen umgeht. Viele der Schiffe sind veraltet und in schlechtem Zustand.
T.Suter--VB