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Cybercrime-Gruppierung: Mutmaßlicher Kopf und Programmierer identifiziert
Ermittler haben den mutmaßlichen Kopf und den Programmierer einer weltweit und auch in Deutschland agierenden Cybercrime-Gruppierung identifiziert. Gegen die beiden Beschuldigten wurden Haftbefehle erwirkt und eine weltweite Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet, wie die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Montag mitteilten. Sie sollen für eine Reihe von Cyberangriffen auf Firmen und öffentliche Einrichtungen in Deutschland verantwortlich sein.
Es handelt sich den Angaben zufolge um den mutmaßlichen Kopf der weltweit agierenden Cybercrime-Gruppierung Gandcrab und von deren Nachfolgeorganisation Revil sowie um den mutmaßlichen Programmierer der von diesen Hackern genutzten Schadsoftware.
Sie sollen zwischen 2019 und 2021 an von diesen beiden Gruppierungen verübten Angriffen auf insgesamt 130 Unternehmen und Einrichtungen in Deutschland beteiligt gewesen sein, darunter mehrere Hersteller von Medizinprodukten sowie das Württembergische Staatstheater in Stuttgart. In 25 Fällen wurde demnach das geforderte Lösegeld bezahlt - insgesamt rund 1,8 Millionen Euro.
Diese Cyberattacken führten in Deutschland den Angaben zufolge zu wirtschaftlichen Schäden in Höhe von rund 35 Millionen Euro. Der Schaden, der den geschädigten Unternehmen und Einrichtungen weltweit entstanden ist, wird auf mehrere hundert Millionen Euro beziffert.
Ende Januar verurteilte das Landgericht Stuttgart ein Mitglied der internationalen Cybercrime-Gruppierung wegen Erpressung und Computersabotage zu sieben Jahren Haft. Der 46-jährige Ukrainer war 2024 in der slowakischen Hauptstadt Bratislava festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert worden.
Auf die Spur der mutmaßlichen Schlüsselfiguren der Gruppierung kamen die Ermittler den Angaben zufolge durch die Auswertung von Datensätzen, etwa von Transaktionen von Kryptowährung sowie durch die Zusammenarbeit mit Behörden in Europa und Nordamerika.
T.Germann--VB