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Sozialbetrug und Steuerhinterziehung: Großrazzia bei Baufirmen in Norddeutschland
In Norddeutschland sind Ermittler am Mittwoch zu einer Großrazzia wegen Verdachts auf Sozialbetrug und Steuerhinterziehung im Baugewerbe ausgerückt. Es wurden insgesamt 45 Wohn- und Geschäftsräume in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen durchsucht, wie das Hauptzollamt und die Staatsanwaltschaft in Kiel mitteilten. Es geht nach derzeitigem Stand um einen Schaden von drei Millionen Euro.
Der Gesamtschaden könne sich im Lauf der weiteren Ermittlungen noch erhöhen, hieß es. Diese richten sich gegen acht Beschuldigte aus dem Baugewerbe - fünf Männer und drei Frauen. Sie sollen über mindestens fünf Firmen zahlreiche Arbeitnehmer beschäftigt und diese entweder gar nicht oder nur unvollständig bei der Sozialversicherung gemeldet haben.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ermittlungen liegt demnach auf sogenannten Abdeckrechungen zur mutmaßlichen Verschleierung illegaler Beschäftigung und Schwarzgeldzahlungen. Mehr als 330 Einsatzkräfte des Zolls und der Steuerfahndung waren im Einsatz, dazu kamen noch mehrere Staatsanwälte.
Schwerpunkte der Durchsuchungen lagen in den schleswig-holsteinischen Städten Henstedt-Ulzburg und Neumünster sowie in Hamburg. Sie richteten sich laut Behörden auch gegen mutmaßliche Auftraggeber. Beschlagnahmt wurden Beweismittel und Vermögenswerte - darunter 400.000 Euro in bar, Kryptowährungsbestände und Schmuck. Festnahmen erfolgten demnach nicht.
Vorangegangen waren monatelange Ermittlungen. Der Zoll ist unter anderem auch für die Bekämpfung von illegaler Beschäftigung zuständig.
R.Fischer--VB