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Anklage gegen früheren Chefarzt wegen Missbrauchs von jugendlichen Patientinnen
Wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von jugendlichen Patientinnen hat die Staatsanwaltschaft Duisburg Anklage gegen einen früheren Chefarzt einer Kinder- und Jugendpsychiatrie erhoben. Wie die Anklagebehörde in der nordrhein-westfälischen Stadt am Montag mitteilte, werden dem Mediziner sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Jugendlichen zulasten von vier Patientinnen vorgeworfen.
Zudem werden ihm eine Vergewaltigung sowie der Besitz eines jugendpornografischen Inhalts zur Last gelegt. Der Beschuldigte näherte sich demnach während Gesprächstherapien vier ihm anvertrauten jugendlichen Patientinnen "in sexuell motivierter Art und Weise". Dabei habe er das über längere Behandlungen aufgebaute Vertrauensverhältnis und das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Therapeut und Patientinnen bewusst ausgenutzt. In 95 Fällen sei es zu sexuellen Handlungen gekommen.
In einem Fall habe sich der Beschuldigte über den erkennbaren entgegenstehenden Willen einer Patientin hinweggesetzt, weshalb ihm insoweit Vergewaltigung vorgeworfen wird. Bei der Auswertung seines privaten Mobiltelefons fanden Ermittler zudem eine jugendpornografische Aufnahme von einer der Patientinnen. Der frühere Chefarzt aus Duisburg wurde schon Ende Oktober festgenommen. Über die Zulassung der Ende Februar erhobenen Anklage entscheidet das Landgericht Duisburg.
G.Frei--VB