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Sohn von getötetem US-Regisseur Reiner erscheint vor Gericht
Nach dem gewaltsamen Tod von US-Regisseur Rob Reiner und dessen Frau ist der Sohn des Paares erstmals vor Gericht erschienen. In der kurzen Anhörung machte der 32-jährige Nick Reiner am Mittwoch keine Angaben dazu, ob er sich schuldig oder nicht schuldig bekennt. Die Staatsanwaltschaft will ihn wegen zweifachen Mordes anklagen. Der nächste Gerichtstermin zur Verlesung der Anklage ist für den 7. Januar angesetzt.
Der durch Filme wie "Harry und Sally" und "Stand By Me" bekannte Regisseur und seine Frau Michele Singer Reiner waren am Sonntag tot in ihrer Villa in Los Angeles aufgefunden worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden sie erstochen.
Nick Reiner war noch am selben Abend unter dem Verdacht festgenommen worden, seine Eltern getötet zu haben. US-Medienberichten zufolge hatten Reinigungskräfte Blutspuren in seinem Zimmer in einem Hotel im kalifornischen Santa Monica entdeckt.
Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft den 32-Jährigen formell beschuldigt und eine Anklage wegen zweifachen Mordes angekündigt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung oder die Todesstrafe.
Bei der Gerichtsanhörung am Mittwoch bat sein Anwalt Alan Jackson die vor dem Gerichtsgebäude versammelten Journalisten um "Zurückhaltung und Würde". Die Familie Reiner sei von einer "verheerenden Tragödie" erschüttert worden. In dem Fall gehe es um "sehr, sehr komplexe und schwerwiegende Probleme", die nun gründlich, "aber mit Bedacht behandelt, geprüft und analysiert werden" müssten.
Rob Reiner wurde unter anderem als Regisseur von Filmklassikern wie "Harry und Sally" (1989) und "Eine Frage der Ehre" (1993) bekannt. Zuvor hatte er in den 70er Jahren in der Sitcom "All in the Family" mitgespielt. Auch in seinen eigenen Filmen war er später immer wieder in Nebenrollen zu sehen.
Die Tochter des Paares hatte die Leichen des 78-Jährigen und seiner 70-jährigen Frau laut Medienberichten am Sonntag in deren Villa in Los Angeles gefunden und die Polizei alarmiert. US-Medienberichten zufolge war der Tat ein heftiger Streit zwischen Nick Reiner und seinen Eltern auf einer Party des Moderators und Komikers Conan O'Brien am Vorabend vorausgegangen. Worum es dabei ging, ist unklar.
Nick Reiner ist der jüngste Sohn des Paares und hatte jahrelang mit Drogenproblemen zu kämpfen. Als Teenager war er mehrfach in einer Entzugsklinik und zeitweise obdachlos. Rob Reiner und sein Sohn verarbeiteten ihre schwierige Beziehung 2016 in dem teilweise autobiografischen Film "Being Charlie - Zurück ins Leben". Der Film habe alles wieder hochgeholt, sagte Rob Reiner damals in Interviews.
H.Gerber--VB