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Tochter: Cybermobbing belastet Gesundheit von Brigitte Macron
Im Prozess um Cybermobbing gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron hat deren Tochter gesundheitliche Folgen der ständigen Belästigung beklagt. Der Gesundheitszustand ihrer Mutter habe sich in Folge des Online-Mobbings verschlechtert, sagte Brigitte Macrons Tochter Tiphaine Auzière am Dienstag vor Gericht in Paris.
Wegen der online verbreiteten Verschwörungserzählung, die Präsidentengattin sei transgender und erst seit einer Geschlechtsangleichung eine Frau, müsse Brigitte Macron in der Öffentlichkeit zudem "ständig auf ihre Kleidung und ihre Haltung achten", schilderte Auzière. Sie wisse, dass Foto- und Filmaufnahmen von ihr jederzeit verändert und ausgeschlachtet werden könnten.
In dem Prozess müssen sich zehn Angeklagte wegen Cybermobbings verantworten, weil sie das Gerücht über Brigitte Macrons angebliche Trans-Identität verbreitet haben sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen zudem vor, den Altersunterschied zwischen dem 47-jährigen Präsidenten Macron und seiner 72 Jahre alten Ehefrau mit "staatlich sanktionierter Pädophilie" gleichgesetzt zu haben. Den Angeklagten drohen bis zu zwei Jahre Haft. Vor Gericht bezeichneten viele von ihnen ihre Äußerungen als "Satire" oder als von der Meinungsfreiheit gedeckt.
Die Falschinformation über Brigitte Macron wurde seit 2017 immer wieder in Onlinediensten verbreitet, insbesondere vor Wahlen. Sie wurde in erster Linie von rechtsextremen und regierungsfeindlichen Kreisen gestreut. Präsident Emmanuel Macron und seine Frau haben deswegen im Juli auch in den USA eine Verleumdungsklage gegen eine Podcasterin angestrengt.
Ähnliche Behauptungen waren auch über die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris und die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern verbreitet worden. Über den französischen Präsidenten Macron war mehrfach das Gerücht verbreitet worden, er sei homosexuell.
F.Mueller--VB