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Armee und Polizei in El Salvador riegeln im Kampf gegen Banden ganze Stadt ab
Im Zuge einer neuen Offensive gegen die Bandenkriminalität haben die Armee und Polizei in El Salvador eine ganze Stadt abgeriegelt. Nach der Tötung eines Polizisten sei eine "Sicherheitsabsperrung" der Stadt Nueva Concepción eingerichtet worden, teilte Staatschef Nayib Bukele am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. An der Abriegelung der 30.000-Einwohner-Stadt seien mehr als 5000 Soldaten sowie 500 Polizisten beteiligt.
In Nueva Concepción war am Dienstag ein Polizist getötet worden. Nach Polizei-Angaben wurde der Beamte attackiert, als er mit Kollegen auf Patrouille war. Am Mittwochmorgen begann dann die Abriegelung der Stadt. Die Sicherheitskräfte durchsuchten auch Häuser und hielten Passanten auf der Straße an, um ihre Ausweispapiere zu kontrollieren. Die Militärs trugen Kampfuniformen und waren mit Sturmgewehren ausgestattet.
Der Einsatz habe das Ziel, die für den Tod des Polizisten verantwortlichen Täter aufzuspüren, erklärte Bukele. Zugleich gehe es aber auch darum, die "gesamte Struktur von Bandenmitgliedern und Kollaborateuren" ausfindig zu machen, die sich in der Stadt verstecke. Nueva Concepción liegt etwa 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt San Salvador.
Bukele hatte im März vergangenen Jahres der grassierenden Bandenkriminalität in dem kleinen zentralamerikanischen Land den Kampf angesagt und den Ausnahmezustand verhängt. Dieser ermöglicht unter anderem Inhaftierungen ohne Richterbeschluss. Menschenrechtsorganisationen kritisieren den Ausnahmezustand als drastische Einschränkung von Grundrechten.
Im Zuge von Bukeles Kampf gegen die kriminellen Banden wurden nach offiziellen Angaben insgesamt 68.720 Menschen festgenommen. Rund 5000 von ihnen wurden demnach aber wieder freigelassen, weil sie nichts mit den Banden zu tun hatten. Mit dem jüngsten Fall wurden insgesamt vier Polizisten getötet, seit Bukele den Banden den Kampf angesagt hatte.
K.Thomson--BTB