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Umfrage: Künstliche Intelligenz wird zunehmend zum Beziehungscoach
Künstliche Intelligenz (KI) wird einer Umfrage zufolge immer mehr zum Beziehungscoach. Fast jeder Fünfte, der entsprechende Anwendungen nutzt, setzte sie bereits für Fragen zu Familie, Freundschaft oder Partnerschaft ein, wie der Digitalbranchenverband Bitkom am Dienstag mitteilte. Hauptgründe dafür waren das Formulieren heikler Nachrichten oder das Einholen von Ratschlägen zu Eifersucht oder Trennungen.
Während bei den unter 30-Jährigen 37 Prozent KI dafür nutzen, sind es bei den 30- bis 39-Jährigen 31 Prozent. Ältere Befragte nutzen sie deutlich seltener bei Beziehungsfragen. Rund drei Viertel aller Befragten gaben an, dass die entsprechenden Antworten hilfreich gewesen seien.
Dennoch ist das Verhältnis ambivalent. 61 Prozent finden es befremdlich, wenn jemand mit Hilfe von KI mit ihnen kommuniziert. Vier von zehn Befragten meinen zu erkennen, wenn eine KI bei der Antwort half. Dennoch gab knapp jeder Vierte an, dass KI mit Blick auf Konflikte bei einer klareren Kommunikation hilft.
Auch in anderen Beziehungsbereichen spielt KI eine immer größere Rolle. Etwa ein Viertel derjenigen, die entsprechende Anwendungen nutzen, empfindet sie manchmal wie eine digitale Bezugsperson. Bei Befragten unter 30 Jahren stimmt ein Drittel dieser Aussage zu.
Elf Prozent fühlen mitunter eine emotionale Verbundenheit zur KI. Gleichzeitig machen sich 14 Prozent Sorgen, emotional abhängig von ihr zu werden. Mehr als jeder zehnte Mann kann sich vorstellen, dass die KI reale Liebe für ihn ersetzen könnte. Männer können sich zu 23 Prozent vorstellen, einen KI-Avatar als Partnerin oder Partner zu nutzen, Frauen zu 13 Prozent.
Dennoch sehen es 77 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer kritisch, wenn KI zu sehr in Liebesbeziehungen vordringt. 26 Prozent der Männer gaben an, neugierig zu sein, wie sich romantische Beziehungen mit KI künftig entwickeln. Bei Frauen sind es 17 Prozent.
Zwei Drittel sehen KI eher als Risiko für Beziehungen und Freundschaften, 22 Prozent als Chance. 54 Prozent glauben, dass KI menschliche Beziehungen in den kommenden zehn Jahren grundlegend verändern wird.
"KI erreicht Bereiche, in denen es um Nähe, Vertrauen und echte Verbindungen geht", erklärte Bitkom Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dadurch stelle sich unter anderem die Frage, welche Folgen es für Beziehungen habe, wenn KI zum Maßstab werde. Für die Erhebung wurden 1500 Menschen befragt. 1004 von ihnen nutzen KI.
J.Sauter--VB