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Pilotenstreik bei der Lufthansa: Zahlreiche Flüge gestrichen
Wegen des Pilotenstreiks bei der Lufthansa sind am Donnerstag zahlreiche Flüge ausgefallen. "Bis 15 Uhr blieben rund 70 Prozent der Flugzeuge am Boden", erklärte die Pilotengewerkschaft Cockpit (VC), die zu 48-stündigen Arbeitsniederlegungen bei der Kernmarke Lufthansa, ihrer Frachttochter Cargo sowie bei Cityline aufgerufen hatte. Der erste Streiktag verlaufe "besser als erwartet".
"Die Beteiligung ist stark und zeigt deutlich den großen Zusammenhalt und die Entschlossenheit der Pilotenschaft", hatte VC-Präsident Andreas Pinheiro gegen Mittag erklärt.
Der Lufthansa zufolge werden am Donnerstag und Freitag mehr als 50 Prozent des ursprünglich geplanten Flugprogramms angeboten. Sie hatte bereits am Vortag erklärte, es würden "zahlreiche Flüge von und nach Frankfurt und München von anderen Fluggesellschaften der Lufthansa Group sowie von Partnerairlines übernommen". "Zudem werden an den Streiktagen größere Flugzeuge eingesetzt, um mehr Gäste befördern zu können", fuhr der Konzern fort.
Bei Langstreckenverbindungen liege der Anteil "bei 60 Prozent", teilte die Fluggesellschaft mit. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo muss demnach nur 20 Prozent ihrer für Donnerstag und Freitag geplanten Flüge absagen.
"Welche Grundlage die Lufthansa für ihre Darstellung heranzieht, erschließt sich uns nicht", erklärte hingegen Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission bei der VC. "Dass das Unternehmen seine Zahlen gerne etwas geschönt darstellt, ist ein bekanntes Vorgehen."
Ein zweiter Streiktag ließe sich vermeiden, fuhr Karstens fort. Bislang habe die Lufthansa aber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die Pilotinnen und Piloten sollen bis Freitag um 23.59 Uhr streiken.
Hintergrund des Streiks bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ist eine Auseinandersetzung um die betriebliche Altersvorsorge. Bei der Lufthansa Cityline streiten Gewerkschaft und Geschäftsführung über einen neuen Vergütungstarifvertrag.
Flüge aus den Krisengebieten im Nahen Osten seien von den Streikmaßnahmen nicht betroffen, hatte VC am Dienstag betont, auch Flüge aus Deutschland in den Nahen Osten würden nicht bestreikt.
Die Lufthansa kritisierte die "sehr kurzfristige Ankündigung" als "extrem hart und unverhältnismäßig". Bereits am 12. Februar hatten die Cockpitbesatzungen gestreikt. Kundinnen und Kunden werden nach Angaben der Fluggesellschaft per E-Mail benachrichtigt, falls ihr Flug betroffen sein sollte. Gleichwohl sollten sich Fluggäste auf der Website der Airline oder in der Lufthansa App über ihren aktuellen Flugstatus informieren.
F.Stadler--VB