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Wirtschaftsweise Schnitzer gegen Einsparungen beim Elterngeld
In der Diskussion um die Zukunft des Elterngelds hat sich die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, gegen Kürzungen in dem Bereich ausgesprochen. Sie würde beim Elterngeld "nicht ansetzen", um Einsparungen im Haushalt vorzunehmen, sagte Schnitzer dem "Tagesspiegel" laut Vorabmeldung vom Montag. Schnitzer sieht die Gefahr, dass vor allem gut ausgebildete Frauen dem Arbeitsmarkt verloren gingen.
"Das Elterngeld wurde eingeführt, um berufstätigen Frauen die Entscheidung für Kinder zu erleichtern", sagte Schnitzer. Studien hätten gezeigt, dass das Elterngeld die Geburtenrate "signifikant" gesteigert habe. Besonders stark sei dieser Effekt bei gut ausgebildeten Frauen gewesen. "Wir wollen diese Frauen nicht für den Arbeitsmarkt verlieren, wollen aber gleichzeitig auch nicht, dass diese Frauen sich gegen Kinder entscheiden", sagte die Ökonomin.
Die Ampel-Koalition hatte das Elterngeld für einen Teil der bisher Berechtigten gestrichen. Ab dem 1. April dieses Jahres bekommen Eltern ab einem jährlichen Einkommen von zusammen 175.000 Euro die Leistung nicht mehr, zuvor lag die Grenze bei 200.000 Euro. Wie es mit dem Elterngeld grundsätzlich weitergeht, wird auch in den Koalitionsgesprächen von Union und SPD beraten.
Die Wirtschaftsweise Schnitzer befürwortete, dass sich die Höhe des Elterngelds nach dem Gehalt richtet und gleichzeitig gedeckelt ist. "Je mehr jemand verdient, umso größer sind die Einbußen, wenn man beruflich pausiert", sagte sie.
Die Zahl der Elterngeldbeziehenden in Deutschland war 2024 das dritte Jahr in Folge gesunken. 2024 bekamen rund 1,67 Millionen Frauen und Männer Elterngeld, 95.000 oder 5,4 Prozent weniger als im Jahr davor, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Zahl der Männer mit Elterngeldbezug ging im Vorjahresvergleich um 31.000 oder 6,6 Prozent auf 432.000 zurück, die Zahl der leistungsbeziehenden Frauen um 65.000 oder fünf Prozent auf 1,24 Millionen.
L.Meier--VB