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Mehr Rüstungsausgaben: Rheinmetall mit Rekordgewinn und vollen Auftragsbüchern
Angetrieben von wachsenden Verteidigungsausgaben infolge des Ukraine-Kriegs hat der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall im vergangenen Jahr sehr gute Geschäfte gemacht: Der Umsatz stieg kräftig, der Gewinn auf einen neuen Rekordwert. Europa werde auch in naher Zukunft zwingend mehr in seine Sicherheit investieren, sagte der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Gleichzeitig warnte er davor, mit den USA zu brechen.
Der Umsatz von Rheinmetall stieg 2024 um 36 Prozent auf rund 9,75 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das operative Ergebnis schnellte demnach um 61 Prozent nach oben und erreichte mit rund 1,48 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert.
"Eine Epoche der Aufrüstung in Europa hat begonnen, die uns allen viel abverlangen wird", erklärte Papperger. Dem Unternehmen bringe sie für die kommenden Jahre aber "Wachstumsperspektiven, wie wir sie noch nie erlebt haben".
Dabei spielen wachsende Ausgaben europäischer Staaten eine immer größere Rolle. In Deutschland wollen Union und SPD die Verteidigungsausgaben weitgehend von der Schuldenbremse ausnehmen. Damit werde die Planbarkeit in den kommenden zehn Jahren besser, sagte Papperger. Sollten die Pläne tatsächlich umgesetzt werden, wolle sein Unternehmen "erheblich" investieren.
Gleichzeitig mahnte der Rheinmetall-Chef, auch die transatlantischen Beziehungen weiter zu pflegen. "Ich warne davor, dass man mit den Amerikanern komplett bricht, auch, wenn im Augenblick der Ton etwas rau ist", sagte er. Kooperationen seien nötig, in den Bereichen Satellitentechnik, Flugabwehr und Raketentechnik müsse Europa sich aber unabhängiger machen.
Die Auftragsbücher waren im vergangenen Jahr den Angaben zufolge so voll wie nie. Der Auftragsbestand erreichte mit 55 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert, nach 38,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Bestand, das sogenannte Backlog, umfasst neben verbindlichen Aufträgen auch abgeschlossene Rahmenverträge.
80 Prozent seines Geschäfts macht Rheinmetall eigenen Angaben zufolge mittlerweile mit seiner Militärsparte. Der Umsatz in diesem Bereich kletterte im vergangenen Jahr verglichen mit 2023 um 50 Prozent. Rheinmetall baut unter anderem Kampfpanzer, Drohnen, Flugabwehrsysteme und Artilleriesysteme. Das zivile Geschäft als Autozulieferer indes ist den Angaben nach "branchentypisch" rückläufig.
Seine Produktionskapazitäten habe das Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit bereits erhöht, erklärte Papperger. Auch für das kommende Jahr gehe er daher von einem anhaltenden Umsatz- und Ergebniswachstum aus. Für 2025 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanstieg um 25 bis 30 Prozent.
Mit Blick auf möglicherweise weiter steigende Militärausgaben in Europa könnte das Wachstum noch stärker ausfallen. Die Prognose umfasse noch nicht die "Verbesserung des Marktpotenzials", die sich aufgrund geopolitischer Entwicklungen in den vergangenen Wochen voraussichtlich ergeben habe, erklärte der Rüstungsbauer.
L.Meier--VB