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Lagarde: Preisstabilität im Euroraum ist "gewaltige Aufgabe"
Handelsstreit, geopolitische Spannungen und politische Unsicherheiten: Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht große Herausforderungen für die Geldpolitik in Europa. "Die Wahrung der Stabilität in einer neuen Ära wird eine gewaltige Aufgabe sein", sagte Lagarde am Mittwoch bei einer Konferenz in Frankfurt am Main. Rolle der EZB müsse es sein, Unsicherheiten zu verringern.
Ein klares Bekenntnis zur Preisstabilität und zum EZB-Inflationsziel von zwei Prozent sei in den aktuellen unsicheren Zeiten "wichtiger denn je", sagte Lagarde auf der Veranstaltung "The ECB and Its Watchers". Es werde eine gewisse Flexibilität der Notenbankerinnen und Notenbanker erfordern, auf neue Schocks zu reagieren, wenn auch in einem "klar definierten Rahmen", der kurzsichtige Reaktionen eingrenze.
"Menschen werden auf uns schauen, um zu verstehen, wie wir mit dieser instabilen Lage umgehen", sagte die EZB-Chefin. Auch wenn sie keinen klaren Zinspfad vorzeichnen könne, müssten Beobachterinnen und Beobachter verstehen, wie die EZB ihre Entscheidungen fällt. "Unsere Antwort auf die jüngste Inflationsepisode sollte das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken, dass wir alles tun, um Preisstabilität zu gewährleisten", sagte Lagarde.
Zuletzt hatte die EZB ihre geldpolitische Strategie 2021 angepasst, damals allerdings vor dem Hintergrund einer langanhaltenden Niedrigzinsphase. Aktuell läuft eine Überprüfung dieser Strategie. Details dazu nannte Lagarde bei ihrer Rede am Mittwoch nicht.
Die EZB hatte im vergangenen Juni erstmals die Leitzinsen gesenkt. Nach einer Zinspause im Juli folgten dann im September, Oktober, Dezember und auch bei den beiden Sitzungen in diesem Jahr die nächsten Schritte nach unten. Bis Oktober 2023 hatte die EZB zuvor die Leitzinsen als Reaktion auf die hohe Inflation schrittweise angehoben.
A.Zbinden--VB