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Zahl der Firmenpleiten 2024 um fast 17 Prozent gestiegen
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist auch im Dezember gestiegen - im gesamten vergangenen Jahr beantragten vorläufigen Zahlen zufolge 16,8 Prozent mehr Unternehmen als 2023 die Insolvenz. Das ergab eine Auswertung amtlicher Bekanntmachungen des Statistischen Bundesamtes. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr gebe "wenig Grund zur Hoffnung", erklärte am Freitag der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Volker Treier.
Im Dezember stieg die Zahl der bei den Amtsgerichten beantragten Regelinsolvenzen laut Statistik um 13,8 Prozent. Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse, weil diese Anträge erst nach einer ersten Entscheidung der Gerichte in die Statistik einfließen.
Endgültige Ergebnisse legten die Statistiker für Oktober vor: In dem Monat stieg die Zahl der Firmenpleiten um 35,9 Prozent im Vorjahresvergleich. Absolut waren es 2012 Insolvenzanträge, welche die Amtsgerichte meldeten. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich demnach auf rund 3,8 Milliarden Euro. Im Oktober 2023 waren es noch rund 1,6 Milliarden Euro gewesen. Die meisten Insolvenzen gab es in den Branchen Verkehr und Lagerei, im Baugewerbe und im Gastgewerbe.
"Die Unternehmensinsolvenzen erreichen den höchsten Oktober-Stand seit zehn Jahren", erklärte Analyst Treier. Die Zahlen seien "ein deutliches Warnsignal".
Für den pessimistischen Ausblick auf das laufende Jahr verwies Treier auf eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK): Demnach erwarten fast neun von zehn Unternehmen für die kommenden Monate stagnierende oder schlechtere Geschäfte. Demnach sind von der aktuellen Wirtschaftskrise insbesondere das Baugewerbe, die Gastronomie und der Kraftfahrzeugbau betroffen. Die DIHK rechnet daher für dieses Jahr mit deutlich mehr als 20.000 Unternehmensinsolvenzen.
"Um den Trend aufzuhalten und möglichst umzukehren, braucht die Wirtschaft Entlastungen, die schnell bei den Unternehmen ankommen", forderte Treier zum wiederholten Male. Dazu gehörten ein massiver Bürokratieabbau, aber auch Entlastungen bei Energiekosten und Steuern.
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hatte bereits am Donnerstag seine monatliche Insolvenzstatistik veröffentlicht. Demnach stieg die Zahl der Firmenpleiten in den letzten drei Monaten des Jahres 2024 auf den höchsten Stand seit gut 15 Jahren. 4215 Unternehmen stellten demnach Insolvenzantrag.
IWH-Experte Steffen Müller erklärte, die Entwicklung sei nur zum Teil auf aktuelle Konjunkturprobleme und Kostensteigerungen bei Energie und Löhnen zurückzuführen. "Jahrelang extrem niedrige Zinsen haben Insolvenzen verhindert, und während der Pandemie sind Insolvenzen aufgrund von Subventionen wie zum Beispiel dem Kurzarbeitergeld ausgefallen." Der Zinsanstieg und der Wegfall der Subventionen hätten ab 2022 "Nachholeffekte bei Insolvenzen ausgelöst".
Im Oktober stieg auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Sie nahm laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast elf Prozent zu, auf insgesamt 6237.
L.Wyss--VB