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Hafenarbeiter an der US-Ostküste treten in den Streik
An der US-Ostküste sind nach gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Arbeitsvertrag zahlreiche Hafenmitarbeiter in einen Streik getreten. Der Ausstand im Hafen von Virginia habe um kurz nach Mitternacht begonnen, hieß es am Dienstag auf der Website des Hafens. Zuvor hätten die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft ILA und den Arbeitgebern "in eine Sackgasse geführt". Die ILA selbst erklärte, der Arbeitskampf werde "so lange wie nötig" geführt.
Der Arbeitskampf sei gleichwohl nicht auf Virginia beschränkt, sondern es sei ein "küstenweiter Ausstand", der sich gegen Containerhäfen an der gesamten Ost- und Golfküste der USA richte, führte der Hafen weiter aus. Die Arbeitgeber äußerten sich zunächst nicht direkt auf Anfrage.
Der Streik, der die US-Exportwirtschaft empfindlich treffen und zudem nur wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl für Wirbel sorgen könnte, hatte seit Monaten gedroht. Grund sind die festgefahrenen Verhandlungen über einen neuen Arbeitsvertrag, nachdem der vorherige nun in der Nacht zum Dienstag nach sechs Jahren ausgelaufen war. Er betrifft rund 25.000 ILA-Mitglieder in 14 großen US-Häfen, darunter in New York und New Jersey, Boston, Philadelphia und Houston.
Es ist der erste Streik der ILA seit 1977. Wie stark er die US-Wirtschaft belastet und letztlich die Preise treibt, hängt entscheidend von der Länge ab. Die ILA fordert neben deutlichen Lohnerhöhungen Absicherungen für die Beschäftigten gegen einen Jobverlust durch die zunehmende Automatisierung der Arbeitsabläufe. Medienberichten zufolge fordert die Gewerkschaft eine 77-prozentige Gehaltserhöhung über einen Zeitraum von sechs Jahren.
Die Arbeitgeber hatten am späten Montagabend erklärt, ihr Angebot bedeute Lohnerhöhungen um knapp 50 Prozent sowie eine bessere Gesundheitsversorgung und höhere Arbeitgeberbeiträge für die Rente.
T.Egger--VB