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Neuausrichtung bei BASF: Chemiekonzern will sich auf "Kerngeschäfte" fokussieren
Der Chemiekonzern BASF will sich strategisch neu ausrichten. "In den kommenden Jahren wird sich BASF darauf fokussieren, die Kerngeschäfte zu stärken und profitabel wachsen zu lassen", erklärte das Ludwigshafener Unternehmen am Donnerstag. Dazu zählen demnach die Bereiche Chemikalien, Materialien, Industrielösungen und Lebensmittel. Für die anderen Unternehmenssegmente - Umweltkatalysatoren und Metalllösungen, Batteriematerialien, Beschichtungen und Landwirtschaft - bedeutet dies eine unsichere Zukunft.
Diese Bereiche könnten unter Umständen veräußert werden, "sofern dies Wert für BASF und ihre Aktionäre generiert", wie das Unternehmen erklärte. Demnach ist etwa geplant, den Landwirtschaftsbereich, der Herbizide und Saatgut umfasst, teilweise an die Börse zu bringen. BASF bereite zudem den Verkauf seines "Geschäfts mit Bautenanstrichmitteln in Brasilien" vor.
Wie andere deutsche Industriekonzerne wurde auch die BASF von den steigenden Energiekosten infolge des Krieges in der Ukraine und der sinkenden Nachfrage auf Schlüsselmärkten wie China hart getroffen. In den vergangenen Monaten wurden in der Folge mehrere Runden von Kostensenkungsplänen und Stellenstreichungen angekündigt, die insbesondere den historischen Standort in Ludwigshafen betreffen.
BASF bekräftigte nun das Ziel, bis 2026 jährlich rund 2,1 Milliarden Euro einzusparen, vor allem in Ludwigshafen. Zu eventuellen Jobstreichungen machte der Konzern zunächst keine Angaben. Am Hauptsitz arbeiten rund 39.000 Menschen.
Die Chemiegewerkschaft IGBCE kritisierte die Neuausrichtung als "zu einseitig gedacht". Einfach nur Kosten einzusparen reiche als Konzept für eine erfolgreiche Zukunft nicht aus und sorge zugleich bei den Beschäftigten für große Unsicherheit. Der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat forderte einen stärkeren Fokus auf die "grüne Transformation". Die bisherigen Pläne der Geschäftsführung seien auf dem Gebiet "viel zu defensiv".
G.Schmid--VB