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Chef des neuen Schenker-Eigentümers verteidigt Ende der Marke
Der Chef des voraussichtlichen neuen Eigentümers der Bahn-Logistiktochter Schenker hat das damit verbundene Ende der Marke Schenker verteidigt. In der Vergangenheit sei bei Übernahmen versucht worden, Doppelmarken einzuführen, sagte der Chef des dänischen Logistikkonzerns DSV, Jens Lund, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Donnerstag. "Unsere Erfahrung: Das funktioniert nicht. Die Kunden haben es nicht überall angenommen."
Eine solche Entscheidung betreffe auch die Beschäftigten, fuhr Lund fort. "Wir möchten ja, dass wir eine Firma sind, mit einer gemeinsamen Firmenkultur." Bei der Integration von Zukäufen werde immer versucht, auf die Stärken beider Unternehmen zu bauen. Wichtig sei dabei: "Wir gewinnen nur, wenn wir zusammen gewinnen. Und wir kaufen Schenker nicht, um Schenker zu zerstören."
Mitte September war bekannt geworden, dass die Bahn ihre profitable Logistiktochter Schenker für mehr als 14 Milliarden Euro an DSV verkauft. Das Geld soll vollständig an die Bahn gehen und deren Verschuldung von über 30 Milliarden Euro reduzieren. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn und der Bund müssen noch zustimmen. Ein Abschluss des Geschäfts wird im Laufe des Jahres 2025 erwartet.
Mit der Übernahme ist auch ein Abbau von Stellen verbunden - wie viele genau, ist noch offen. Vereinbart wurde laut Bahn, dass die Arbeitsplätze für einen Zeitraum von zwei Jahren nach Abschluss des Verkaufs geschützt sind. Danach war zunächst geplant, dass DSV 1600 bis 1900 Stellen in Deutschland abbaut, vor allem in der Verwaltung. Bei Schenker läuft bereits ein Sparprogramm mit dem Abbau von rund 800 Stellen.
Nun sagte Lund der "FAZ", durch den Einstieg von DSV bei Schenker kämen zu den Plänen der Bahn "700 bis 1100" zusätzliche Streichungen dazu. "Vieles wird von normaler Fluktuation oder in Rente gehenden Mitarbeitern aufgefangen", sagte er außerdem. Vor allem im Bereich der eigentlichen Produktion fielen "nur sehr wenige Jobs" weg.
B.Baumann--VB