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Galeria macht Verdi Angebot für einen Warenhaus-Tarifvertrag
Der Warenhauskonzern Galeria hat der Gewerkschaft Verdi nach seiner erneuten Insolvenz und dem Einstieg eines Investors ein Angebot über einen Tarifvertrag für seine Warenhäuser gemacht. Demnach bietet das Unternehmen acht Prozent mehr Geld gestreckt über drei Jahre und eine Inflationsausgleichsprämie von 600 Euro, wie Galeria am Dienstag in Essen erklärte. Gleichzeitig pochte das Unternehmen auf einen baldigen Abschluss der Gespräche.
Verhandelt werden die Tarifentgelte der 12.000 verbliebenen Galeria-Beschäftigten. Am Dienstag trafen sich dazu die Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmens sowie die Bundestarifkommission von Verdi, wie Galeria mitteilte. Neben der Lohnerhöhung sieht der Konzern auch eine "zusätzliche filialbezogene Erfolgsbeteiligungsprämie" vor, die den Vertrag "deutlich attraktiver" machen soll.
Dabei will Galeria offenbar möglichst schnell zu einem Abschluss kommen. "Wir möchten die Vergütung unserer Beschäftigten auf der Grundlage unseres Tarifangebots in kürzester Zeit anheben", erklärte der Finanzgeschäftsführer der Warenhauskette, Guido Mager. "Langwierige und ergebnislose" Tarifverhandlungen wie in der Vergangenheit passten nicht mehr in die kurzen Entscheidungsprozesse, die Galeria sich als nun mittelständisches Unternehmen vorgenommen habe.
Die Unternehmensführung sei mit ihrem Angebot an die "wirtschaftlichen Grenzen gegangen". Verdi habe die Firma mehrere Verhandlungstermine bis Ende August vorgeschlagen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll drei Jahre betragen, die Inflationsausgleichsprämie soll den Angaben zufolge im September gezahlt werden.
Die Gewerkschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. In der Vergangenheit hatte Verdi jedoch wiederholt darauf gepocht, zu regionalen Flächentarifverträgen zurückzukehren oder zumindest Perspektiven für die Rückkehr zu schaffen.
Galeria hatte im Januar zum bereits dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. Die Kaufhauskette war im Zuge der Insolvenz des österreichischen Mutterkonzerns Signa in Schwierigkeiten geraten. Im April teilte der Konzern mit, dass ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und der Beteiligungsfirma BB Kapital SA des 73-jährigen Unternehmers Bernd Beetz Galeria übernimmt. Das Insolvenzverfahren soll bis Ende Juli abgeschlossen sein.
P.Staeheli--VB