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US-Elektroautobauer Fisker stellt Insolvenzantrag
Der seit Monaten kriselnde US-Elektroautobauer Fisker, spezialisiert auf SUV-Modelle, hat Insolvenz angemeldet. Fisker habe Gläubigerschutz nach Kapitel 11 beantragt und sei bereits "in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Investoren", teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) mit. Kapitel 11 gewährt vor der Pleite stehenden Firmen Schutz vor ihren Gläubigern, um sich neu zu ordnen. Fisker will vor allem Aktien verkaufen.
Fisker-Chef Henrik Fisker hatte Ende Februar bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für 2023 von einem schwierigen Jahr gesprochen und Lieferschwierigkeiten bei einigen Teilen, Fachkräftemangel und die Folgen der Inflation für die Nachfrage genannt. Die 2022 gestartete Produktion seines Modells "Ocean" stellte das Unternehmen bereits ein.
Fisker war 2020 in den USA an die Börse gegangen, über eine Fusion mit einer Tochter des Investmentfonds Apollo. Damals war das Unternehmen mit 2,9 Milliarden Dollar bewertet worden. Um sich von anderen Herstellern abzusetzen, warb Fisker damit, für bestimmte Teile auch umweltfreundliche oder recycelte Materialien zu verwenden. Im vergangenen Jahr produzierte Fisker nach eigenen Angaben 10.193 "Ocean"-Autos.
Die Elektroautohersteller weltweit liefern sich einen zunehmend scharfen Wettbewerb vor allem mit Herstellern aus China.
Henrik Fisker, ein dänischer Unternehmer, der schon für BMW und Aston Martin Autos entworfen hat, gründete seine erste Firma 2007 in Kalifornien, zusammen mit dem Deutschen Bernhard Köhler. 2012 brachten sie mit Hilfe eines staatlichen Darlehens in Höhe von 192 Millionen Dollar den Fisker Karma heraus, einen Luxusschlitten mit Hybridantrieb für 100.000 Dollar. Justin Bieber, Leonardo DiCaprio und Ashton Kutcher kauften sich einen Karma. 2013 allerdings war das Unternehmen pleite. 2016 startete Fisker dann neu.
R.Buehler--VB