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Umfrage: Mehrheit von fast 60 Prozent hat noch nie vom digitalen Euro gehört
Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hat noch nichts von der möglichen Einführung eines digitalen Euros gehört. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Bundesbank zeigt, ist 59 Prozent der Befragten die digitale Zahlungsmethode gänzlich unbekannt. Trotzdem stehen viele Menschen der Einführung offen gegenüber.
Der digitale Euro könnte zukünftig als zusätzliche Bezahloption neben Bargeld in der gesamten Eurozone eingesetzt werden. Für die Ausgestaltung ist die Europäische Zentralbank (EZB) verantwortlich, die seit November 2023 zwei Jahre lang untersucht, wie das Vorhaben im Detail umgesetzt werden könnte. Fest steht: Der digitale Euro soll allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen, eins zu eins ans Bargeld gekoppelt sein und von der EZB ausgegeben werden.
Laut der Umfrage könnten sich 15 Prozent der Befragten auf jeden Fall vorstellen, das neue Zahlungsmittel zu nutzen, 35 Prozent halten es zumindest für wahrscheinlich. Ein Viertel jedoch will den digitalen Euro "auf keinen Fall" verwenden.
Besonders am Herzen liegt den Menschen der Umfrage zufolge der Schutz ihrer Privatsphäre: Für mehr als drei Viertel der Befragten war das Argument Privatsphäre im Zusammenhang mit der Verwendung des digitalen Euro sehr wichtig oder wichtig. Befragt wurden im April 2012 Menschen.
Die Zentralbanken hätten kein Interesse an den Daten der Nutzerinnen und Nutzer, betonte die Bundesbank. "Mit dem digitalen Euro wäre die Privatsphäre deutlich besser geschützt als bei den heutigen kommerziellen Zahlungslösungen", fügte Bundesbank-Chef Joachim Nagel an.
Eine Einführung des digitalen Euros vor 2027 gilt derzeit als unwahrscheinlich. Die EZB weist darauf hin, dass die laufende Vorbereitungsphase keine Garantie ist, dass der digitale Euro überhaupt kommt. Dieser Beschluss werde vom EZB-Rat erst in Betracht gezogen, wenn der Gesetzgebungsprozess der Europäischen Union abgeschlossen sei.
D.Schaer--VB