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COP-Präsident al-Dschaber bekennt sich zu wissenschaftsbasierter Arbeit
Der Präsident der UN-Klimakonferenz, Sultan al-Dschaber, hat sich klar zu den wissenschaftlichen Grundlagen des Klimaschutzprozesses bekannt. "Ich habe immer klar deutlich gemacht, dass alles, was wir tun, sich auf die Wissenschaft konzentriert", sagte al-Dschaber am Montag in Dubai. Er zog weiter eine positive Bilanz des bisherigen Konferenzverlaufs.
Mit seinem Bekenntnis zur Wissenschaft reagierte al-Dschaber offensichtlich auf Vorwürfe, die sich auf ihm zugeschriebene Äußerungen im Vorfeld der Konferenz bezogen. Die britische Zeitung "Guardian" hatte den COP-Präsidenten mit den Worten zitiert: "Keine wissenschaftliche Studie, kein Szenario besagt, dass wir durch den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen 1,5 Grad erreichen können." Weiter soll al-Dschaber auf einer Veranstaltung am 21. November gesagt haben, der Ausstieg aus fossilen Energieträgern könne die Welt "in die Steinzeit zurückschicken".
Dies hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Von Seiten der emiratischen COP-Präsidentschaft hieß es, die Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen. Al-Dschaber sagte nun auch, er arbeite eng mit "meinem Freund Jim", dem Vorsitzenden des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, zusammen und seine Arbeit sei strikt faktenbasiert. Gemäß den Erkenntnissen des IPCC, dem wissenschaftlichen Leitgremium zum Klimaschutz, ist die angestrebte Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad ohne die Abkehr von fossilen Energieträgern nicht erreichbar.
Zum bisherigen Konferenzverlauf sagte al-Dschaber, es sei bereits viel erreicht worden. Er verwies auf den erfolgreichen Start des neuen Fonds für klimabedingte Schäden, Erklärungen zu Gesundheit und zum Ausbau erneuerbarer Energien. Hier bekannte sich die COP-Präsidentschaft zu dem Ziel, den Ausbau der Erneuerbaren bis 2030 zu verdreifachen und den Fortschritt bei der Energieeffizienz zu verdoppeln.
Es müsse gelingen, "das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten", sagte al-Dschaber. Dazu sei es notwendig, die Treibhausgasemissionen bis 2030 weltweit um 43 Prozent zu verringern. Der COP-Präsident verwies auch auf die von ihm unterstützte "Global Decarbonization-Alliance", in der sich eine Reihe von Staaten sowie große Ölkonzerne dazu verpflichten, Emissionen bei der Förderung und Produktion fossiler Energien deutlich zu verringern.
Auf die Forderungen nach einem Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ging Al-Dschaber allerdings erneut nicht ein. Dem Konferenzpräsidenten wird trotz seiner Bekenntnisse zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens von Manchen mit Skepsis begegnet, weil er zugleich Industrieminister der öl- und gas-reichen Vereinigten Arabischen Emirate sowie Chef des staatlichen Ölkonzerns Adnoc des Landes ist.
F.Fehr--VB