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Verbraucherschützer fordern Verkaufsstopp für Perrier- Mineralwasser
Eine französische Verbraucherschutzorganisation hat vor Gericht einen vorläufigen Verkaufsstopp für Mineralwasser der Marke Perrier gefordert. "Konsumenten kaufen es als 'natürliches' Mineralwasser, aber es ist nicht mehr natürlich, weil es behandelt wird", argumentierte der Anwalt der Organisation, Alexis Macchetto, am Mittwoch am Gericht im Pariser Vorort Nanterre. Die "Täuscherei" der Verbraucher müsse aufhören, betont die Organisation UFC-Que Chosir.
Die Verbraucherschützer hatten bereits im Frühjahr eine einstweilige Verfügung beantragt, der Termin war aber aufgeschoben worden. Das Unternehmen Nestlé Waters, zu dem auch die Marken Vittel, Contrex und Hépar zählen, war 2024 in die Kritik geraten, weil es nach Recherchen französischer Medien als natürlich verkauftes Mineralwasser desinfiziert hatte. Nach EU-Vorschrift darf natürliches Mineralwasser nicht behandelt werden.
Nestlé Waters hatte eingeräumt, das Wasser mit Aktivkohle oder UV-Strahlen gereinigt zu haben, um die Lebensmittelsicherheit zu garantieren. Die Behandlung sei aber eingestellt worden. 2023 hatte die französische Regierung diskret die Vorschriften geändert und den Einsatz von Mikrofiltern genehmigt.
In den vergangen Jahren waren vor allem nach starken Regenfällen mehrfach Fäkalbakterien in den Entnahmestellen nachgewiesen worden, die für Perrier verwendet werden. Das Unternehmen sprach von "vereinzelten Vorfällen" an Entnahmestellen, die heute nicht mehr genutzt würden. "Unser Mineralwasser und unsere Produkte konnten immer sicher konsumiert werden", versichert Nestlé Waters.
Im Frühjahr 2024 hatte Perrier einen Teil seiner Produktion wegen einer "punktuellen mikrobiologischen Veränderung" vernichtet. Das Unternehmen machte dazu keine genaueren Angaben; ein Gewerkschaftsvertreter schätzte die Menge der vernichteten Flaschen auf etwa 40 Millionen.
Anfang 2025 hatte ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss der französischen Regierung vorgeworfen, das Vorgehen Nestlés vertuscht zu haben. "Obwohl die Desinfektion des Wassers eine Täuschung der Verbraucher darstellte, hatte dies keine juristischen Folgen", hieß es in dem Bericht der Senatoren.
Nach dem Bericht der Senatoren hatte Nestlé Waters auch erreicht, dass eine Liste der im Wasser der Perrier-Quellen entdeckten Bakterien und Pflanzengifte nicht in einen Bericht der regionalen Gesundheitsbehörde aufgenommen wurde.
A.Ruegg--VB