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NGOs kritisieren Ergebnisse von Klimazwischenverhandlungen in Bonn als unzureichend
Zum Abschluss der UN-Klimazwischenverhandlungen in Bonn haben Nichtregierungsorganisationen die Fortschritte als viel zu gering kritisiert. Zwar seien bei den zehntägigen Beratungen in Vorbereitung auf die nächste UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém (COP30) einige technische Fragen geklärt worden, erklärte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am Donnerstagabend. Eine "gemeinsame Vision für eine erfolgreiche COP30" sei allerdings "bisher nicht in Sicht".
Laut Germanwatch sind insbesondere bei den nationalen Klimaplänen sowie bei der Finanzierung von Klimaschutz und Klimaanpassung in ärmeren Staaten Nachbesserungen nötig. "In einer Zeit geopolitischer Spannungen" müssten die mehr als 190 an den Verhandlungen beteiligten Staaten "unter Beweis stellen, dass sie auch unter Druck gemeinsam handeln" können, erklärte der Germanwatch-Experte für internationale Klimapolitik, Petter Lydén.
Auch Jan Kowalzig von der Entwicklungsorganisation Oxfam erklärte, die Zwischenverhandlungen am Sitz des UN-Klimasekretariats hätten sich wegen gegensätzlicher Interessen der reichen Industriestaaten und der Entwicklungsländer sowie wegen der Blockadehaltung arabischer Länder beim angestrebten Ausstieg aus klimaschädlichen Energien "mühsam" gestaltet. "Angesichts der Dramatik der sich immer weiter verstärkenden Klimakrise und insbesondere der Folgen für die Länder des Globalen Südens sind die nur zentimeterweise erzielten Fortschritte von Bonn frustrierend", bilanzierte Kowalzig.
Jannes Stoppel von Greenpeace erklärte, in Bonn sei verhandelt worden, "als hätten wir noch Jahrzehnte". Tatsächlich verändere sich das Klima jedoch rasant, so dass der Menschheit die Zeit davon laufe, das Pariser Klimaabkommen umzusetzen. In der vor zehn Jahren geschlossenen Vereinbarung hat sich die internationale Gemeinschaft dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.
Auch UN-Klimasekretär Simon Stiell äußerte sich unzufrieden über die Verhandlungsfortschritte in Bonn. "Wir müssen weiter, schneller und gerechter voranschreiten", sagte er zum Abschluss der Verhandlungen. "Ich werde das nicht beschönigen (...): Wir haben noch viel zu tun, bis wir uns in Belém wiedersehen", fügte er mit Blick auf die UN-Klimakonferenz im November hinzu. Zur Eindämmung klimabedingter Katastrophen müssten "schneller harte Entscheidungen" getroffen werden.
A.Kunz--VB