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Schadstoffe im Abwasser: EU-Einigung auf strengere Vorschriften für Kommunen
Mikro-Schadstoffe aus Medikamenten und Kosmetika sollen in der Europäischen Union künftig besser aus dem Abwasser geklärt werden. Die Unterhändler von Europaparlament und Mitgliedstaaten einigten sich am Montag auf eine Gesetzesreform, nach der Städte und Gemeinden ihr Abwasser zusätzlich reinigen und auf Viren und Mikroplastik überprüfen sollen. Hersteller von etwa Medikamenten und Kosmetika sollen an den Kosten beteiligt werden.
Für die Städte und Gemeinden gelten je nach Einwohnerzahl unterschiedliche neuen Vorschriften. Kommunen ab einer Größte von 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen demnach bis 2035 organisches Material aus ihrem Abwasser klären. Ab 2045 sollen größere Gemeinden ab 10.000 Menschen zusätzlich Mikro-Schadstoffe, etwa aus Medikamenten und Kosmetika, herausfiltern. Hersteller sollen mindestens 80 Prozent der Kosten für die neuen Systeme übernehmen.
Die Städte und Gemeinen sind der Einigung zufolge künftig verpflichtet, ihren Klärschlamm regelmäßig auf Mikroplastik und besonders langlebige "ewige Chemikalien" zu überprüfen. Außerdem soll das Abwasser auf Viren wie den Corona-Erreger getestet werden. Der Verhandlungsführer im Europaparlament, Nils Torvalds (Liberale), sprach von einem "Durchbruch" für bessere Abwasserstandards in der Europäischen Union.
Das Europaparlament und die Mitgliedstaaten müssen der Einigung noch formal zustimmen. Die EU-Länder müssen die Vorschriften aus Brüssel dann in nationale Gesetze umsetzen.
N.Schaad--VB