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Angerer: DFB braucht "Systemsprenger"
Für die langjährige Fußball-Nationaltorhüterin Nadine Angerer haben die deutschen Stars viel zu wenige Ecken und Kanten. "Wir brauchen Spieler, die auch mal eine unangepasste Meinung äußern. Der DFB muss mehr Individualität zulassen. Die Interviews heute sind oft so langweilig. Da frage ich mich oft: Was ist eure wirkliche Meinung zu den Dingen?", schrieb die zweimalige Weltmeisterin in ihrer Kolumne für das Nachrichtenportal t-online. Es sei "ein Problem, dass die Spieler dazu erzogen wurden, in ein System zu passen. Was die Nationalelf braucht, sind Systemsprenger", forderte Angerer.
Die spanische Fußballkultur bezeichnete Angerer dagegen als "sensationell". Die ehemalige Welttorhüterin sieht darin auch ein Vorbild für den Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Das müssen wir auch in Deutschland als Ziel sehen. Dass wir eine klare Identität und einen eigenen Spielstil auf dem Platz entwickeln", so Angerer.
Spanien hatte das WM-Finale gegen Argentinien verdient mit 1:0 n.V. gewonnen. "Diese Leistung im Finale war kein Zufall. Diese Dominanz, diese Souveränität, diese spielerische Klasse, das haben sie alles auch in den vorherigen Runden gezeigt", lobte die 47-Jährige: "Und auch über diese Mannschaft hinaus. Spanien ist auch im Juniorenbereich das Maß aller Dinge, sei es bei den Jungen oder bei den Mädchen. Bei den Frauen zählt das Land sowohl im Vereinsfußball als auch im Nationalteam zur Weltspitze. Und obendrein sind die Spanier auch noch demütig und fair – einfach gute Menschen."
O.Schlaepfer--VB