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Ohne "Glückshose": Wawrinka verabschiedet sich aus Paris
Die "Glückshose" blieb im Museum - und Stan Wawrinka verlässt Paris ohne einen letzten Matcherfolg, aber mit ganz viel Respekt von den Größten des Sports. Der 41 Jahre alte Schweizer Tennisheld hat bei seinem Abschied von den French Open eine Erstrundenpleite kassiert, aber dabei noch einmal eine kleine Show geliefert. Gegen den Niederländer Jesper de Jong verlor er trotz der lautstarken Unterstützung des Publikums mit 3:6, 6:3, 3:6, 4:6.
"Es ist schwer, es ist schwer diese Bilder zu sehen", sagte der dreimalige Major-Sieger Wawrinka sichtlich angefasst, nachdem er mit einem Video noch auf dem Platz geehrt worden war. Auch Legenden wie Roger Federer, Rafael Nadal oder aktuelle Topspieler wie Jannik Sinner und Carlos Alcaraz meldeten sich per Grußbotschaft zu Wort. "Vielen Dank an alle, die für dieses Turnier gearbeitet haben. Es sind Turniere wie dieses, die dafür sorgen, dass ich Tennis spielen möchte. Ich hätte natürlich gerne noch weiter gespielt, um diese Emotionen noch öfter zu erleben", schloss Wawrinka.
Wawrinka hätte eigentlich gegen den französischen Hoffnungsträger Arthur Fils spielen sollen, der aber zog wegen Hüftproblemen zurück. Doch auch das etwas leichtere Los konnte die Nummer 113 der Welt nicht zum Vorteil nutzen. Noch einige letzte Male schlug Wawrinka auf dem Pariser Court seine formvollendete einhändige Rückhand über das Netz, doch de Jong (25) war bei großer Hitze der fittere Spieler.
2015 hatte Wawrinka an der Seine triumphiert. Dabei trug er im Finale gegen Novak Djokovic eine rot-weiß karierte Hose, die anschließend Kultstatus erlangte und im Turnier-Museum von Roland Garros ausgestellt wurde. Er sei sich "nicht sicher", witzelte Wawrinka danach gefragt, ob er sich vielleicht noch einmal "ausleihen" dürfe für sein Erstrundenmatch.
Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Mann aus Lausanne angekündigt, in seine letzte Saison zu gehen. Er ist überall geschätzt und hat sich mit seinen drei Grand-Slam-Siegen in der Hochphase der Superstars Roger Federer, Rafael Nadal und Djokovic in die Geschichtsbücher eingetragen. In seiner langen Laufbahn seit 2002 holte er auch Olympia-Gold 2008 im Doppel und den Davis Cup 2014 jeweils an der Seite von Federer. Den bislang letzten seiner 16 Titel gewann er 2017 in Genf.
Der 22 Jahre jüngere Shootingstar Rafael Jódar, der im April in Marrakesch seinen ersten Titel auf der Tour gewonnen hatte, feierte hingegen einen Auftakt nach Maß. Beim 6:1, 6:0, 6:4 ließ er zum Start seines zweiten Grand-Slam-Abenteuer dem US-Amerikaner Aleksandar Kovacevic (27) keine Chance.
G.Schmid--VB