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Sportfördergesetz im Bundeskabinett beschlossen
Das Sportfördergesetz hat die nächste formale Hürde genommen, am Mittwoch hat der Referentenentwurf das Bundeskabinett passiert. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, bezeichnete den Beschluss der schwarz-roten Regierungskoalition vor Medienvertretern als "Meilenstein für den deutschen Spitzensport".
Die CDU-Politikerin führte aus: "Wir wollen die Leistungsfähigkeit des deutschen Spitzensports stärken, dafür braucht es strukturelle Veränderungen." Das klare Ziel sei, mehr Medaillen bei internationalen Wettbewerben zu holen. Bei der Reform liege der Fokus stärker als bislang auf Leistung und Potenzialen.
Das Gesetz muss noch den Bundestag und den Bundesrat passieren, zu einem konkreten Zeitplan nahm die 44-Jährige am Mittwoch nicht Stellung. Nach den Olympischen und Paralympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles allerdings soll laut Schenderlein die Arbeit "vollständig" von der Spitzensportagentur übernommen werden, die das Kernstück der Reform sein soll. "Damit schaffen wir klare Verantwortlichkeiten und verkürzen Entscheidungswege", so die Ministerin.
Die Agentur soll ihren Sitz in Leipzig haben - auch, um Unabhängigkeit zu gewährleisten. Der in Frankfurt am Main ansässige Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte diese Wahl am Dienstag durch seinen Vorstandsvorsitzenden Otto Fricke kritisiert, der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete warf der Politik bei dieser Festlegung einen Alleingang vor, der "spätestens im Parlamentsverfahren" diskutiert werden müsse. Der DOSB hätte Frankfurt favorisiert, zuletzt war von entsprechenden Plänen einer Ansiedlung unter dem Dach des Verbandes spekuliert worden.
Der Vorstand der Spitzensportagentur soll die Förderentscheidungen "auf Grundlage klarer sportfachlicher Kriterien" treffen, betonte Schenderlein. Der Stiftungsrat, der aus sechs Vertretern aus der Politik und drei des organisierten Sports zusammengesetzt werden soll, fungiert als eine Art Aufsichtsrat, der grundlegende strukturelle Entscheidungen trifft.
Der Stiftungsrat gilt als Schlüsselstelle, an der Verteilung der Sitze hatte sich seit dem ersten Referentenentwurf im Oktober 2025 die Kritik aus dem Sport entzündet. DOSB, aber auch der Verein Athleten Deutschland, äußerten sich auch unzufrieden mit dem überarbeiteten Entwurf, der in der Vorwoche bekannt geworden war. Schenderlein argumentierte, man stelle sicher, "dass der Einsatz von Steuermitteln demokratisch legitimiert bleibt".
Tina Winklmann, Sprecherin für Sportpolitik und Ehrenamt der Oppositionsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, kritisierte: "Der heutige Kabinettsbeschluss ist kein Aufbruch für den Spitzensport, sondern die Absicherung alter Machtstrukturen. Die Koalition verpasst die Chance auf eine echte Reform." So kämen Aspekte wie Safe Sport und unabhängige Mitbestimmung der Athleten zu kurz. Der Entwurf bleibe "an den entscheidenden Stellen mutlos" und sei "eine vertane Chance".
R.Flueckiger--VB