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Erneuter Sturz: Roglic steigt beim Giro d'Italia aus
Der letzte Crash war einer zu viel: Der vom Pech verfolgte slowenische Top-Favorit Primoz Roglic hat den Giro d'Italia nach einem weiteren Sturzdrama vorzeitig verlassen und die Hoffnungen auf ein weiteres Top-Ergebnis endgültig begraben müssen. Der angeschlagene Star des deutschen Teams Red Bull-Bora-hansgrohe kam am Dienstag auf der verregneten Königsetappe nach San Valentino rund 95 km vor dem Ziel zu Fall und gab das Rennen vorzeitig auf.
Roglic war bereits im Verlauf der 108. Italien-Rundfahrt mehrfach in Unfälle verwickelt gewesen und fuhr auch deshalb nicht an seiner Leistungsgrenze. Vor dem Start der 203 km langen 16. Etappe stapelte der 35-Jährige entsprechend tief.
"Heute geht es ums Überleben", sagte Roglic bei Eurosport. Im Gesamtklassement war der Giro-Champion von 2023, der in diesem Jahr auf zwei Etappen das Rosa Trikot trug, auf den zehnten Platz zurückgefallen. Auf die Gesamtwertung zu fahren sei nicht mehr realistisch: "Gestern konnte ich noch nicht mal aufs Rad steigen. Wenn ich spüre, dass ich kann, werde ich durchfahren. Andernfalls wird jeder Kilometer zur Herausforderung."
Die härteste Bergprüfung des diesjährigen Giro bei kühlen Temperaturen und schlechtem Wetter forderte Roglic. Erst aber, als er rund 95 km vor dem Ziel wie auch Mitfavorit Richard Carapaz abermals zu Fall kam, war an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken.
Es war der Tiefpunkt einer bislang mäßigen Saison für Roglic und das gesamte Team Red Bull-Bora-hansgrohe. Die Equipe um Teamchef Ralph Denk wollte sich bei der Italien-Rundfahrt für eine enttäuschende Klassikersaison entschädigen und schickte im Kampf um das Podium eine schlagkräftige Mannschaft an den Start. "Primoz ist hochmotiviert. Wir als Team sind auch hochmotiviert. Wir haben uns viel vorgenommen", hatte Denk vor dem Giro gesagt.
Zu Beginn der Schlusswoche wurden nun Erinnerungen an die Tour de France 2024 wach. Bereits damals musste ein ambitionierter Roglic nach Stürzen aufgeben. Die Enttäuschung beim Giro 2025 komplettierte der Ausfall des Australiers Jai Hindley. Der Giro-Sieger von 2022 stieg als Co-Kapitän nach einem Crash schon auf der sechsten Etappe aus.
Roglic dürfte den Fokus nun auf die Reha und Vorbereitung auf die Tour de France im Juli legen. Ob er dort erneut als uneingeschränkter Kapitän ins Rennen geschickt wird, bleibt abzuwarten.
A.Zbinden--VB