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"Nicht genug Transparenz": Klaveness kritisiert WM-Vergaben
Die Art und Weise der wahrscheinlichen Vergabe der Fußball-WM 2034 an Saudi-Arabien sorgt bei der norwegischen Verbandschefin Lise Klaveness für Unverständnis. "Das ist kein Verfahren, das den Statuten entspricht", sagte Klaveness dem norwegischen Portal Idrettspolitikk vor dem Kongress des Weltverbandes FIFA am Freitag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.
Es habe nach den umstrittenen Vergaben der Turniere 2022 und 2018 an Katar und Russland eine "große Reform" gegeben, "die notwendig war", sagte die 43-Jährige: "Dann haben wir nichts mehr gehört. Und plötzlich ging das Council hin und sagte, wir haben diese Bieter, und es setzte sehr kurze Fristen, nur ein paar Wochen, und dann verschwand Australien."
Kritiker werfen dem FIFA-Council um Präsident Gianni Infantino vor, es habe durch die Planungen für die WM 2030 in sechs Ländern und drei Kontinenten den Weg für Saudi-Arabien, das wegen seiner Menschenrechtslage umstritten ist, freigemacht. Formell hat der Weltverband die Endrunde in zehn Jahren zwar noch nicht vergeben, Saudi-Arabien hat aber keinen Konkurrenten. Australien hatte sich kurz vor dem Ende der Frist zur Abgabe einer Interessenbekundung zurückgezogen.
Die Entscheidung soll bei einem außerordentlichen Kongress in diesem Jahr fallen. In der Zwischenzeit hat die FIFA unter anderem einen lukrativen Sponsoringvertrag mit dem saudischen Ölkonzern Aramco abgeschlossen.
"Ich kann nicht sagen, dass es sich um eine Manipulation handelt", betonte Klaveness: "Ich habe keine Beweise dafür gesehen, und das ist das Problem. Es gibt nicht genug Transparenz, um zu wissen, was passiert ist. Das ist ein Verstoß gegen die Absichten, ein Verstoß gegen die Statuten."
M.Betschart--VB