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Netanjahu trifft Trump inmitten von Iran-Krieg - Weißes Haus: "Positive" Gespräche
Mitten im Iran-Krieg ist Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump in Washington zusammengetroffen. Die Begegnung der beiden Politiker fand am Dienstag hinter verschlossenen Türen statt und dauerte rund anderthalb Stunden, wie das Weiße Haus mitteilte. Beide Seiten äußerten sich im Anschluss zufrieden über das Treffen, nachdem es in den vergangenen Monaten deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Politikern gegeben hatte.
Das Treffen zwischen Trump und Netanjahu war das achte seit Trumps erneutem Amtsantritt im Januar 2025. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach anschließend im Onlinedienst X von "positiven und produktiven" Gesprächen. Aus Netanjahus Delegation hieß es, das Treffen sei "extrem positiv" verlaufen. Netanjahu und Trump hätten ihr "eisernes Bekenntnis" zu einem Iran ohne Atomwaffen bekräftigt.
Das Treffen erfolgte wenige Monate vor wichtigen Wahlen in beiden Ländern: In Israel wählen die Bürger am 27. Oktober ein neues Parlament, in den USA finden am 3. November die Kongress-Zwischenwahlen statt.
Nach Einschätzung von Jonatan Freeman von der Hebräischen Universität Jerusalem ist es Hauptziel des Besuchs, Berichten über eine Abkühlung der Beziehungen zwischen den Verbündeten entgegenzuwirken. Das Wichtigste sei ist, "der Welt, dem Iran und auch dem Libanon sowie anderen" zu zeigen, dass es "mehr Übereinstimmungen als Differenzen" zwischen Trump und Netanjahu gebe.
Netanjahu hatte kurz vor seiner Abreise gesagt, er wolle in Washington zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs vor sechs Monaten persönlich mit Trump über die Lage beraten. Ziel sei es, Israels Sicherheit zu gewährleisten "und zudem den Kreis des Friedens um uns herum zu erweitern". Er bezog sich dabei auf die Abraham-Abkommen, mit denen Trump während seiner ersten Amtszeit eine historische Annäherung zwischen Israel und einigen arabischen Staaten vermittelt hatte.
Nach seiner Ankunft in Washington nahm Netanjahu am Montagabend an einem privaten Gedenkessen zu Ehren des verstorbenen Senators Lindsey Graham teil, wie sein Büro mitteilte. Für Dienstag war zudem seine Teilnahme an einer großen Trauerfeier für Graham geplant.
Die Beziehungen zwischen Trump und Netanjahu hatten sich zuletzt deutlich abgekühlt. Der US-Präsident äußerte sich vor dem Empfang seines Duzfreundes "Bibi" verärgert über israelische Warnungen, der Iran sichere derzeit eine geheime Anreicherungsanlage für Nuklearmaterial unter dem sogenannten Pickaxe-Berg ab.
"Ich habe es nicht nötig, dass Bibi mir das sagt", sagte Trump im Sender Fox News. "Bibi sagt mir das, weil er will, dass ich weiter mitmache." Er wisse "ganz genau, was bei Pickaxe passiert", sagte Trump weiter. Die USA hätten die iranischen Atomanlagen zerstört und würden bei Bedarf auch die Anlage unter dem Pickaxe-Berg angreifen.
Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA hatte sich Trump zuvor zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert. Er sprach am Montag von einer "guten Chance" für eine Einigung mit Teheran.
Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf den Iran hatten Washington und Teheran seit Freitag keine weiteren gegenseitigen Angriffe gemeldet. Der Iran erklärte seinerseits, seine "Vergeltungsmaßnahmen" eingestellt zu haben.
Die iranische Führung dementierte dagegen weiterhin direkte Gespräche. Vermittler könnten zwar Botschaften der US-Seite übermitteln, sagte Irans Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei. "Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten."
Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, erklärte am Dienstag, Netanjahus Washington-Besuch falle in eine "kritische Zeit für den Nahen Osten", da der Iran weiterhin "Terrorismus statt Verhandlungen" wähle und die Straße von Hormus weiter blockiere.
Ungeachtet der Angriffspause zwischen den USA und dem Iran meldete Jordanien den Abschuss einer nicht näher präzisierten Drohne. Das Fluggerät wurde einem Armeesprecher zufolge über der Wüste im Osten des Landes abgeschossen. Die israelische Armee teilte mit, sie habe eine Drohne nahe der Grenze zu Jordanien abgefangen, bevor diese in den israelischen Luftraum eindringen konnte.
Die vom Iran unterstützten Huthis im Jemen erklärten am Dienstag, sie hätten einen saudiarabischen Tanker im Roten Meer angegriffen. Der Tanker "NCC Ghazal" habe gegen eine Seeblockade der Huthis für saudiarabische Schiffe "verstoßen", erklärte die Miliz über ihren Fernsehsender Al-Masira. Zuvor hatte die pro-iranische Miliz nach eigenen Angaben bereits neue Drohnenangriffe auf "sensible Knotenpunkte" für den saudiarabischen Öltransport nach Janbu am Roten Meer ausgeführt.
Die designierte jemenitische Außenministerin Afrah al-Suba erklärte, die Huthis wollten das iranische Vorgehen in der Straße von Hormus nachahmen und die Kontrolle über das Rote Meer gewinnen. Die Straße von Hormus bleibt zugleich ein Hindernis für eine Friedenslösung.
Der Iran beharrt auf der Kontrolle der für Öl- und Gastransporte wichtigen Meerenge und stoppte zuletzt erneut mehrere Schiffe. Irans Außenminister Abbas Araghtschi führte dem iranischen Staatsfernsehen zufolge Gespräche mit seinen omanischen und saudiarabischen Kollegen über die Meerenge.
D.Schaer--VB