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Trump spottet bei Presse-Gala über Medien und kokettiert mit dritter Amtszeit
US-Präsident Donald Trump hat bei der nach einem Schusswaffenvorfall im April nachgeholten Gala der Hauptstadtpresse in Washington über die Medien gespottet und erneut mit einer weiteren Amtszeit kokettiert. In seiner rund einstündigen Rede wechselte der Republikaner am Freitagabend zwischen Scherzen, Kritik an Journalisten und versöhnlicheren Tönen.
"Dieser Ort ist wirklich die größte Gruppe von Menschen mit Trump-Derangement-Syndrom, die jemals gleichzeitig versammelt wurde", sagte Trump vor den Gästen des Korrespondentenverbands WHCA. Als "Trump-Derangement-Syndrom" bezeichnen der US-Präsident und zahlreiche seiner Anhänger die aus ihrer Sicht zwanghafte Ablehnung Trumps durch dessen Gegner.
Trump beklagte erneut angebliche "Fake News". Zugleich versicherte er den anwesenden Journalisten zum Abschluss seiner Rede seinen "enormen Respekt", fügte jedoch hinzu: "Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite."
Während Journalisten für ihre Berichterstattung über Trumps zweite Präsidentschaft ausgezeichnet wurden, scherzte der Präsident, der Abend mit den Preisen sei für ihn "nicht einfach" gewesen. Nachdem einige vorbereitete Scherze beim Publikum nur verhalten ankamen, spottete Trump auch über seine Redenschreiber.
Der 80-Jährige griff zudem erneut Spekulationen über eine weitere Kandidatur auf, obwohl die US-Verfassung einem Präsidenten nur zwei Amtszeiten erlaubt. "Genau wie bei meiner Präsidentschaft ist das zweite Mal immer besser. Und das dritte Mal ist noch besser", sagte Trump und fügte hinzu: "Ich mache nur Spaß."
Später setzte er eine rote Kappe mit der Aufschrift "Trump 2028" auf und kündigte scherzhaft seine Absicht an, für eine "vierte Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten" anzutreten. Trump kündigte an, auch im kommenden Jahr an der Gala teilnehmen zu wollen.
Die ursprünglich im April angesetzte Gala war nach Schüssen im damaligen Veranstaltungsort, dem Hotel Washington Hilton, abgebrochen worden. Trump und andere Regierungsvertreter wurden in Sicherheit gebracht. Dem 31-jährigen Hauptverdächtigen werden unter anderem die versuchte Ermordung des Präsidenten und der Angriff auf einen Bundesangestellten mit einer tödlichen Waffe vorgeworfen. Er plädierte auf nicht schuldig.
Der Nachholtermin fand unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen im Waldorf Astoria statt, das früher von Trumps Unternehmen als Trump International Hotel betrieben worden war. "Wir sind zurück. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen", sagte die scheidende WHCA-Vorsitzende Weijia Jiang zur Veranstaltung.
Der Chef des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service, Sean Curran, erklärte, ein Absperrring habe im April verhindert, dass der mutmaßliche Angreifer den Festsaal erreichte. Zugleich warnte er, die Bedrohungslage für führende US-Politiker sei größer als je zuvor.
L.Wyss--VB