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Trump-Gesandter wirbt in Grönland für Unabhängigkeit der Arktisinsel
Bei seinem Besuch in Grönland hat der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump für eine Unabhängigkeit der zu Dänemark gehörenden Arktisinsel geworben. "Ich glaube, es gibt ein paar unglaubliche Möglichkeiten, die die Grönländer tatsächlich aus der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit führen könnten", sagte Jeff Landry der grönländischen Zeitung "Sermitsiaq" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Er sei der Ansicht, dass der "Präsident der Vereinigten Staaten das Land gerne ökonomisch unabhängig sehen würde", fügte Landry hinzu. "Und ich denke das ist möglich." Grönland gehört als autonomes Gebiet zum EU- und Nato-Land Dänemark.
Landry war am Sonntag zu einem umstrittenen Besuch in Grönland eingetroffen. US-Präsident Donald Trump hatte den republikanischen Gouverneur von Louisiana im Dezember zu seinem Sondergesandten für die Arktisinsel ernannt. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat Trump immer wieder Besitzansprüche auf Grönland erhoben und damit einen Konflikt mit den EU- und Nato-Verbündeten heraufbeschworen. Von seiner Drohung, Grönland einfach zu übernehmen, war Trump dann wieder abgerückt.
Am Montag hatte Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen nach einem Treffen mit Landry gesagt, das Gespräch sei "konstruktiv" gewesen, aber es habe "keine Anzeichen" für eine veränderte Haltung der USA gegeben. Grönlands Außenminister Mute Egede sprach anschließend von "roten Linien" seiner Regierung.
Landry sagte daraufhin in dem "Sermitsiaq"-Interview, für die USA gebe es nur eine Linie, "sie ist rot, weiß und blau" - er bezog sich damit auf die Farben der US-Flagge. Die Frage sei, ob die Grönländer mehr Unabhängigkeit wollten, "mehr Autonomie, mehr Möglichkeiten für Eure Kinder, eine bessere Gesundheitsversorgung?"
In Umfragen ist eine Mehrheit der Grönländer dafür, dass die Insel eines Tages von Dänemark unabhängig wird. Für die Regierung steht eine Unabhängigkeit aber nicht auf der Tagesordnung, da es noch viele ungeklärte Themen gibt, in erster Linie wegen der Abhängigkeit der grönländischen Wirtschaft von Dänemark.
Trump hatte schon während seiner ersten Amtszeit erklärt, die USA wollten Grönland kaufen. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 schloss er sogar militärische Gewalt nicht aus, um Grönland zu übernehmen. Der US-Präsident begründet den Anspruch mit einer drohenden Ausweitung der Präsenz Chinas und Russlands in der Arktisregion. Ende Januar nahm er seine Drohungen nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte zurück. Stattdessen setzten die USA, Dänemark und Grönland eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein.
B.Wyler--VB