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Israel fängt erneut Hilfsflotte für den Gazastreifen ab
Israel hat abermals eine Hilfsflotte für den Gazastreifen abgefangen. Die israelischen Streitkräfte hätten "einen böswilligen Plan" vereitelt, um die gegen die "Hamas-Terroristen in Gaza" gerichtete Blockade zu durchbrechen, erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag. Zuvor hatte die Organisation Global Sumud Flotilla im Onlinedienst X mitgeteilt, israelische Schiffe hätten Boote westlich von Zypern an der Weiterfahrt gehindert. Das türkische Außenministerium warf Israel einen "neuen Akt der Piraterie" vor.
Nach Angaben der Aktivisten enterten israelische Soldaten "das erste unserer Boote am helllichten Tag." Die Organisation verlangte sicheres Geleit und forderte Regierungen zum Handeln auf, um "diese illegalen Handlungen oder Piraterie zu stoppen, die darauf abzielen, Israels genozidale Belagerung des Gazastreifens aufrechtzuerhalten."
Etwa 50 Schiffe waren am Donnerstag in Marmaris im Südwesten der Türkei in See gestochen, um Hilfsgüter an der israelischen Blockade vorbei in den stark zerstörten Gazastreifen zu bringen.
Israel spricht von einer "Provokation", an der eine "terroristische Organisation" beteiligt sei. Im Gazastreifen gebe es genügend Hilfsgüter, die Aktion diene nur der im Gazastreifen regierenden islamistischen Hamas. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurden seit Oktober mehr als 1,5 Millionen Tonnen humanitäre Hilfe und "tonnenweise" medizinische Güter in das Palästinensergebiet gebracht.
Ende April hatten israelische Streitkräfte bereits eine Hilfsflotte in internationalen Gewässern vor Griechenland gestoppt. 175 pro-palästinensische Aktivisten gingen auf der griechischen Insel Kreta an Land. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht und dort zehn Tage festgehalten.
Auch Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht; die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und anschließend ausgewiesen.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Nach zwei Kriegsjahren trat im Oktober 2025 eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas werfen sich indes gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.
G.Frei--VB