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Regierung: 62.000 Häuser und Wohnungen im Libanon bei Angriffen zerstört oder beschädigt
Bei israelischen Angriffen auf den Libanon sind offiziellen Regierungsangaben zufolge seit Anfang März mehr als 62.000 Häuser und Wohnungen zerstört oder beschädigt worden. "Innerhalb von knapp 45 Tagen gab es 21.700 zerstörte und 40.500 beschädigte Häuser und Wohnungen", sagte der Leiter des Nationalen Forschungszentrums (CNRS), Tschadi Abdallah, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Beirut. Seinen Angaben zufolge wurden auch in den ersten drei Tagen der seit Freitag geltenden Waffenruhe noch "428 Häuser und Wohnungen zerstört und 50 beschädigt".
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die pro-iranische Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. Im Libanon wurden mehr als 2400 Menschen getötet, mehr als eine Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Trotz der seit Freitag geltenden zehntägigen Waffenruhe hält die Zerstörung von Gebäuden durch die israelische Armee im Südlibanon nach Angaben libanesischer Behörden und Augenzeugen weiter an. Bei für Donnerstag geplanten Verhandlungen mit Israel in der US-Hauptstadt Washington will der Libanon nach Angaben aus Regierungskreisen eine Verlängerung der Waffenruhe um einen Monat fordern, sowie den "Stopp von Sprengungen und Zerstörungen in den Gebieten, in denen Israel präsent ist".
Israel und der Libanon unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Vergangene Woche hatten erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten diplomatische Vertreter der beiden Nachbarländer in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen auf Botschafterebene endete ohne konkrete Ergebnisse. Nun soll am Donnerstag ebenfalls auf Botschafterebene in Washington erneut verhandelt werden.
G.Frei--VB