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Ukrainischer Außenminister: Lage an der Front so gut wie seit einem Jahr nicht
Die Ukraine steht nach eigenen Angaben in der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg so gut da wie seit einem Jahr nicht mehr. "Wir haben die russische Überlegenheit in der Truppenstärke durch den Einsatz von Drohnen minimiert", sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha in einer Erklärung vor Journalisten. Die jetzige Situation der Ukraine auf dem Schlachtfeld sei auch dank der verstärkten Luftabwehr "tatsächlich die stärkste, oder die solideste" seit einem Jahr.
Laut Sybiha ist die Ukraine inzwischen in der Lage, "bis zu 90 Prozent" der Angriffe auf ukrainische Städte abzuwehren. Auch nach einer Auswertung der Nachrichtenagentur AFP von Daten der ukrainischen Luftwaffe konnten die Streitkräfte in den vergangenen Monaten regelmäßig 80 bis 90 Prozent der russischen Drohnen und Raketen abfangen.
Analysten zufolge liegen die Ursachen für Kiews gestärkte Position in der ukrainischen Drohnen-Überlegenheit und in Kommunikationsproblemen der russischen Armee. Moskau wurde in den vergangenen Monaten vom US-Satelliten-System Starlink abgeschnitten und hat zudem versucht, den Zugang zu der an der Front viel genutzten Messenger-App Telegram einzuschränken.
Nach einer AFP-Analyse von Daten des US-Institute for the Study of War (ISW) hat Russland an der Front in der Ukraine im März das erste Mal seit zweieinhalb Jahren fast keine Geländegewinne erzielt. Demnach nahmen die russischen Streitkräfte im vergangenen Monat nur 23 Quadratkilometer ukrainisches Territorium ein.
Außenminister Sybiha sagte weiter: "Für uns bedeutet die Lage auf dem Schlachtfeld, unsere Verhandlungsposition zu stärken." Die Ukraine habe die Türkei gebeten, auf ein Treffen zwischen ihrem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu drängen. Kiew ist seit Monaten um ein solches Treffen bemüht, Moskau wies den Vorstoß jedoch wiederholt zurück.
T.Suter--VB