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Umfrage: Männer gehen bei plötzlichen Beschwerden eher in Notaufnahme als Frauen
Bei plötzlichen Beschwerden gehen Männer eher in die Notaufnahme als Frauen. Frauen entscheiden sich auch häufiger dafür, im Krankheitsfall erst einmal abzuwarten, wie eine am Mittwoch in Hamburg veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ergab. Demnach hatten 37 Prozent der Menschen in Deutschland in den vergangenen drei Jahren plötzliche Gesundheitsprobleme außerhalb der Praxisöffnungszeiten.
34 Prozent von ihnen gingen in die Notaufnahme - 42 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen. 22 Prozent der Frauen mit plötzlichen Beschwerden entschieden sich der Umfrage zufolge dafür, erst einmal abzuwarten - aber nur zwölf Prozent der betroffenen Männer.
Ein kleiner Teil der Befragten nutzte den ärztlichen Bereitschaftsdienst. 14 Prozent ließen sich telefonisch unter der 116117 beraten, zehn Prozent gingen in eine Bereitschaftspraxis. Forsa befragte zwischen dem 25. September und dem 21. Oktober bundesweit insgesamt 1410 Erwachsene telefonisch.
Die Krankenkasse lobte am Mittwoch den Beschluss des Bundeskabinetts zur Reform der Notfallversorgung. Diese soll die Zahl der in den Rettungsstellen der Krankenhäuser behandelten Fälle deutlich reduzieren und damit die Kliniken entlasten. Das sei "ein entscheidender Schritt gegen den Reformstau im Gesundheitssystem und bringt die dringend nötigen Veränderungen in der Notfallversorgung", erklärte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas.
Die Reform sieht unter anderem vor, dass die 116117 künftig die Notrufnummer 112 entlastet, indem bereits dort eine erste Einschätzung erfolgt. Außerdem sollen in ganz Deutschland an ausgewählten Krankenhäusern sogenannte integrierte Notfallzentren aufgebaut werden. Sie sollen aus einer zentralen Ersteinschätzungsstelle, einer Notdienstpraxis und schließlich der Notaufnahme eines Krankenhauses bestehen.
Ziel ist es, Behandlungen ambulant vorzunehmen, ohne die Notaufnahme zu belasten. In den Notdienstpraxen sollen auch Medikamente für den akuten Bedarf verordnet werden dürfen. Baas erklärte, dass Hilfesuchende "im gesundheitlichen Notfall schneller Klarheit" hätten und wüssten, "ob Abwarten, der Bereitschaftsdienst oder die Notaufnahme der richtige Schritt ist".
J.Sauter--VB