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Selenskyj: US-Verhandler haben wegen Iran-Kriegs "keine Zeit für die Ukraine"
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat negative Auswirkungen des Iran-Kriegs für die Friedensbemühungen und die Waffenlieferungen für sein Land beklagt. Selenskyj sagte am Dienstag in einem ZDF-Interview mit Moderatorin Maybrit Illner mit Blick auf die beiden US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff: "Sie sind ständig in Kontakt mit Iran und haben keine Zeit für die Ukraine." Selenskyj klagte zudem über Engpässe beim Patriot-Luftabwehrsystem.
"Wenn der Krieg länger dauert, wird es weniger Waffen für die Ukraine geben", sagte Selenskyj in dem ZDF-Interview und ergänzte mit Blick auf das wichtige Patriot-System: "Wir haben so ein Defizit gerade, schlimmer geht es nicht mehr."
Selenskyj bot zugleich die Hilfe seines Landes in der Straße von Hormus an. "Die Straße von Hormus ist gesperrt und die wollen wir entsperren, durch die Sperrung des Schwarzen Meers haben wir schon Erfahrungen", sagte Selenskyj und fügte hinzu: "Amerika hat uns noch nicht gefragt."
Zum Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zu Kreml-Chef Wladimir Putin sagte der ukrainische Präsident, dass die USA eine konstruktivere Diplomatie mit Russland hätten als mit den Europäern. "In trilateralen Gesprächen ist es schwierig für europäische Länder, einen Platz zu finden. Das ist wichtig, aber schwierig", sagte Selenskyj in dem ZDF-Interview. "Und ich sehe kein Signal von Seiten der USA, dass sie das wünschen."
Auf eine Frage zu Trumps Haltung zur Ukraine antwortete er: "Ich habe das Gefühl, er hat schon von Anfang an gesagt, er bleibt in der Mitte. Das zeigt, dass er weder auf meiner noch auf Russlands Seite steht." Er hob zugleich hervor, wie wichtig der Druck von Seiten der USA auf Russland sei, und stimmte der Bewertung zu, dass Trump der einzige sei, vor dem Putin Angst habe. "Wenn die USA keinen Druck auf Russland ausüben, dann werden sie keine Angst mehr haben", sagte Selenskyj.
Positiv äußerte sich Selenskyj über Deutschland. "Der größte strategische Partner in Europa ist ganz sicher Deutschland", sagte Selenskyj. Deutschland helfe seinem Land heute mehr als die USA.
Selenskyj hatte sich zuvor mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin getroffen. Anlass des Treffens waren die ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit mehr als 20 Jahren. Vereinbart wurden dabei unter anderem eine strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern, Zusammenarbeit bei Drohnen und Luftverteidigung sowie Hilfen für die ukrainische Industrie.
M.Vogt--VB