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Papst zeigt sich unbeeindruckt von Trump-Kritik und verteidigt Friedensappell
Papst Leo XIV. hat angesichts der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump seinen Appell für Frieden im Nahen Osten verteidigt. Er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen, sagte das Kirchenoberhaupt am Montag während seines Flugs nach Algerien. Trump hatte zuvor wütend auf den Aufruf des Papstes für ein Ende des Kriegs zwischen den USA und dem Iran reagiert.
Er habe "nicht die Absicht, mit Trump zu debattieren", sagte Leo XIV. an Bord des päpstlichen Flugzeugs. "Ich bin kein Politiker." Die Kirche habe "die moralische Pflicht, sich ganz klar gegen den Krieg und für Frieden und Versöhnung auszusprechen", betonte der Papst vor seiner Ankunft in Algerien, wo er eine mehrtägige Afrika-Reise startete. "Ich habe keine Angst, weder vor der Trump-Regierung noch davor, die Botschaft des Evangeliums laut und deutlich zu verkünden."
Leo XIV. hatte am Samstag gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen. Der Pontifex verurteilte die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen Osten und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"
Trump warf dem Papst vor, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Leo XIV. sei "eine sehr liberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen", fügte Trump hinzu. Später führte er in seinem Onlinedienst Truth Social aus: "Ich will keinen Papst, der glaubt, es sei in Ordnung, wenn der Iran eine Atomwaffe hat."
Das katholische Kirchenoberhaupt sei "schwach, wenn es um Kriminalität geht, und schrecklich in der Außenpolitik", behauptete Trump weiter. Überhaupt sei Leo XIV. nur deshalb zum Papst gewählt worden, weil er US-Bürger sei und "sie glaubten, dass das der beste Weg ist, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen", hieß es weiter. "Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan."
Rückendeckung erhielt der Papst von Bischöfen aus den USA und Italien. Er sei "niedergeschlagen, weil der Präsident derartig herabsetzende Worte über den Heiligen Vater schreibt", erklärte der Chef der Katholischen Bischofskonferenz der USA, Erzbischof Paul Coakley. "Papst Leo ist nicht sein Rivale, noch ist der Papst ein Politiker."
Auch die italienische Bischofskonferenz verteidigte den Papst. In einer von internationalen Konflikten und Spannungen geprägten Zeit sei dessen Stimme ein "starker Aufruf zur Würde des Menschen, zum Dialog und zur Verantwortung". Sie hoffe, "dass alle Respekt für seine Person und sein Amt zeigen".
Der US-Präsident veröffentlichte auch ein mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstelltes Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt, der einen Kranken durch Handauflegen heilt. Trump ist dabei in rot-weiße Gewänder gekleidet, im Hintergrund fliegen Kampfflugzeuge durchs Bild, auf dem auch eine große US-Flagge zu sehen ist. Das Weiße Haus hatte schon in der Vergangenheit KI-generierte Bilder Trumps verbreitet, unter anderem eines, das ihn als Papst zeigt.
Der in den Vereinigten Staaten geborene Leo XIV. hat wiederholt die US-Politik kritisiert. Zuletzt wiesen das Pentagon in Washington und der Vatikan einen US-Medienbericht zurück, wonach der Gesandte des Heiligen Stuhls wegen kritischer Äußerungen des Papstes über die Anwendung militärischer Gewalt zu einer "bitteren Standpauke" ins US-Verteidigungsministerium einbestellt worden sei.
Nachdem Trump in der vergangenen Woche mit der Auslöschung einer "ganzen Zivilisation" gedroht hatte, hatte der Papst Drohungen gegen zivile Ziele im Iran als "inakzeptabel" verurteilt.
Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Seit einigen Tagen gilt eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Erste direkte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran in Pakistan über ein endgültiges Ende der Kämpfe scheiterten am Wochenende aber.
B.Baumann--VB