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Macron spricht mit Papst Leo XIV. über Nahost und Missbrauchsfälle
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist am Freitag erstmals von Papst Leo XIV. in einer Privataudienz empfangen worden. Der Staatschef kam gemeinsam mit seiner Frau Brigitte, die wie bei Papstbesuchen üblich ganz in Schwarz gekleidet war. In dem Gespräch zwischen dem Papst und dem Präsidenten dürfte die Lage im Nahen Osten und insbesondere im Libanon eine wichtige Rolle gespielt haben. Auch die langsame Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen in Frankreich war vermutlich ein Thema.
Erst Ende März hatte ein Zivilgericht in Frankreich einen ehemaligen Weihbischof wegen Vergewaltigung zu einer Entschädigungszahlung verurteilt. Die französische Bischofskonferenz hat zudem kürzlich eine neue Form der Begleitung von Missbrauchsopfern angekündigt, die bei Betroffenen jedoch auf Kritik stößt.
Papst Leo verfolgt zudem die Debatte um eine Reform der Sterbehilfe in Frankreich mit Sorge. Ein Gesetz dazu soll in Frankreich vor dem Sommer verabschiedet werden.
Es wurde auch damit gerechnet, dass Macron Papst Leo offiziell zu einem Frankreichbesuch einlädt. Sein Vorgänger Franziskus war unter anderem in Marseille und Straßburg gewesen, hatte jedoch nicht Paris besucht. Eine Einladung zur Wiedereröffnung der brandgeschädigten Notre-Dame-Kathedrale hatte Franziskus ausgeschlagen.
Für Macron ist es die vierte Papst-Audienz seit Beginn seiner Amtszeit und das erste Treffen mit Papst Leo. Da dieser demnächst nach Algerien reist, dürfte Macron ihn gebeten haben, dort ein Wort zugunsten eines in Algerien inhaftierten französischen Journalisten einzulegen.
R.Braegger--VB