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Kubas Präsident will nicht unter US-Druck zurücktreten
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat einen Rücktritt unter Druck aus den USA ausgeschlossen. "Die US-Regierung, die diese feindselige Politik gegen Kuba betreibt, hat keine moralische Grundlage, von Kuba irgendetwas zu verlangen", sagte Díaz-Canel am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Sender NBC News. "Der Gedanke, dass Revolutionäre aufgeben und zurücktreten, das gehört nicht zu unserem Vokabular", fügte er hinzu.
Kuba sei ein "freier, souveräner Staat", sagte Díaz-Canel. "Wir verfügen über Selbstbestimmung und Unabhängigkeit und unterliegen nicht den Plänen der USA."
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hatte zuletzt den Druck auf die kommunistisch regierte Karibikinsel erhöht und wiederholt wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba gefordert. Zugleich erwog Trump öffentlich, die Karibikinsel zu "übernehmen". Zuletzt fanden Gespräche zwischen beiden Seiten statt. Washington bestreitet, zum Rücktritt von Díaz-Canel aufgerufen zu haben.
Der kubanische Präsident sagte NBC News weiter, Havanna wolle "in einen Dialog eintreten und über jedes Thema ohne jede Vorbedingung sprechen". Im Rahmen der Verhandlungen sollten keine "Forderungen nach Änderungen unseres politischen Systems" gestellt werden, "so wie wir keine Änderungen am amerikanischen System verlangen, zu dem wir eine Reihe von Vorbehalten haben", fügte Díaz-Canel hinzu.
Später teilte das kubanische Präsidialamt mit, Díaz-Canel habe am Donnerstag den russischen Vizeaußenminister Sergej Rjabkow zu Gesprächen in Kuba empfangen. Der kubanische Präsident dankte Rjabkow demnach für eine Lieferung russischen Erdöls in der vergangenen Woche. "Das ist der Beweis dafür, dass Kuba nicht allein ist", erklärte Díaz-Canel demnach. In der vergangenen Woche hatte Trump einem russischen Öltanker gestattet, trotz Ölblockade in Kuba zu ankern.
Rjabkow erklärte dem kubanischen Präsidialamt zufolge, "Russland zeigt sich zu 100 Prozent solidarisch mit Kuba". Trotz der "komplexen Situation", die der Karibikstaat durchlebe, "stehen wir an eurer Seite", erklärte Rjabkow demnach weiter. Moskau hat die Entsendung eines zweiten Öltankers nach Kuba angekündigt.
Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche Nahverkehr in dem Inselstaat ist eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.
P.Staeheli--VB