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Iran schießt US-Kampfjet ab - US-Medien: Ein Crewmitglied gerettet, eines noch vermisst
Der Iran hat offenbar erstmals seit Kriegsbeginn ein US-Kampfflugzeug über seinem Territorium abgeschossen. US-Medien berichteten am Freitag, eines der beiden Besatzungsmitglieder sei von US-Spezialeinheiten gerettet worden, nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht. Auch der Iran versuchte, das zweite Besatzungsmitglied zu fassen. US-Medien zufolge handelte es sich bei der abgeschossenen Maschine um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.
Zunächst hatten iranische Staatsmedien von dem Abschuss berichtet. Ein örtlicher TV-Sender zeigte Bilder, die den zerstörten Jet am Boden zeigen sollen. Laut dem TV-Bericht unter Berufung auf eine Polizei-Mitteilung wurde das Flugzeug über dem Zentraliran ins Visier genommen und stürzte möglicherweise in der Provinz Kohgilujeh und Bojer-Ahmad ab.
"Ein feindlicher amerikanischer Kampfjet ist im zentraliranischen Luftraum von dem Luftverteidigungssystem der Luftwaffe der iranischen Revolutionsgarden getroffen und zerstört worden", erklärte die Kommandozentrale der iranischen Streitkräfte. "Der Jet wurde vollständig vernichtet, die weitere Suche dauert an."
Die Bewohner der Region wurden aufgerufen, sich an der Suche nach der Crew zu beteiligen, für die Ergreifung wurde eine Prämie ausgesetzt. "Wenn ihr den oder die feindlichen Piloten lebend fasst und an die Polizei oder die Armee übergebt, werdet ihr eine wertvolle Belohnung erhalten", sagte ein iranischer Fernsehreporter.
Die US-Armee startete US-Medienberichten zufolge umgehend eine großangelegte Such- und Rettungsaktion. Bilder und Videos auf Onlineplattformen zeigten mutmaßlich tief fliegende US-Hubschrauber und mindestens ein Flugzeug in der Gegend. Laut dem Nachrichtensender CNN wurde das gerettet Crewmitglied medizinisch versorgt.
Das für den Nahen Osten zuständige US-Streitkräftekommando Centcom äußerte sich zunächst nicht öffentlich und reagierte auch nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte lediglich, US-Präsident Donald Trump sei über den Vorfall unterrichtet worden. Für die US-Regierung wäre es ein Albtraum, wenn US-Soldaten in die Hände des iranischen Militärs fallen.
Piloten, die über feindlichem Territorium abgeschossen werden und sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine befreien können, sind darauf trainiert, sich zu verstecken und ihre Position durchzugeben. Piloten tragen in der Regel eine Weste mit einem Peilsender, einer Schusswaffen, Wasser und Verbandszeug bei sich, wie ein westlicher Kampfpilot der Nachrichtenagentur AFP sagte.
Anfang März waren drei US-Kampfjets vom Typ F-15E irrtümlich von der kuwaitischen Luftabwehr abgeschossen worden. Centrom erklärte damals, die Kampfjets seien "während aktiver Kampfhandlungen - darunter Angriffe durch iranische Flugzeuge, ballistische Raketen und Drohnen - versehentlich von der kuwaitischen Luftabwehr abgeschossen worden". Alle sechs Insassen der Maschinen konnten sich per Schleudersitz retten.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
US-Präsident Trump stellte am Mittwochabend in einer Rede an die Nation zwar ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht - kündigte zugleich aber neue "extrem harte" Angriffe an. Der Iran solle zurück in die "Steinzeit" bombardiert werden.
U.Maertens--VB