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Rubio: USA werden Beziehung zur Nato nach Iran-Krieg "neu bewerten müssen"
US-Außenminister Marco Rubio hat für die Zeit nach dem Iran-Krieg eine Veränderung des Verhältnisses der USA zur Nato angedeutet. "Es besteht leider kein Zweifel daran, dass wir, nachdem dieser Konflikt beendet ist, diese Beziehung neu bewerten müssen", sagte Rubio am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Dabei müsse der "Wert der Nato" betrachtet werden.
Rubio fügte hinzu, eine Entscheidung in dieser Frage liege "letztlich" bei US-Präsident Donald Trump. Er selbst sei während seiner Zeit im US-Senat "einer der stärksten Verteidiger der Nato" gewesen, weil er "großen Nutzen in ihr gesehen" habe, sagte der US-Außenminister. Ein Großteil dieses Nutzens habe darin bestanden, in Europa Armeestützpunkte zu haben, die es der US-Armee ermöglichten, "Macht in verschiedenen Teilen der Welt auszuüben". Wenn nun ein Zeitpunkt gekommen sei, an dem die US-Armee diese Stützpunkte nicht mehr nutzen könne, "dann ist die Nato eine Einbahnstraße", fügte Rubio hinzu.
Washington habe seine Verbündeten zwar nicht darum gebeten, Luftangriffe im Rahmen des Krieges gegen den Iran auszuführen, sagte Rubio. "Aber wenn wir sie brauchen, damit sie uns die Nutzung ihrer Armeestützpunkte erlauben, und ihre Antwort lautet 'Nein'? Warum sind wir dann in der Nato?", fügte er hinzu. Diese Frage müsse gestellt werden.
Zuletzt hatten mehrere europäische Länder die Nutzung von Stützpunkten auf ihrem Boden durch die US-Armee eingeschränkt. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die italienische Regierung der US-Armee die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien für einen Kampfeinsatz im Iran-Krieg verweigert hatte. Eine Anfrage des US-Militärs, mehrere Kampfflugzeuge auf der nahe Catania gelegenen Basis Sigonella landen zu lassen, sei abgewiesen worden, hieß es aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Rom gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Am Montag hatte Spanien seinen Luftraum für US-Flugzeuge geschlossen, die Einsätze gegen den Iran fliegen.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
H.Kuenzler--VB