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Nato-Partner der USA steigern Verteidigungsausgaben um knapp 20 Prozent
Nach eindringlichen Forderungen der USA haben die europäischen Nato-Mitglieder und Kanada ihre Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht des Verteidigungsbündnisses für 2025 hervorgeht, erhöhten die Partner Washingtons ihre Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr um 19,6 Prozent. Nato-Generalsekretär Mark Rutte versicherte bei einer Pressekonferenz in Brüssel, trotz des Iran-Kriegs erhalte auch die Ukraine weiterhin die "notwendige Ausrüstung".
Sieben Nato-Länder gaben dem Bericht zufolge 2025 mehr als drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung aus. Drei Länder erreichten den Schätzungen zufolge sogar schon das für 2035 anvisierte Ziel von 3,5 Prozent Verteidigungsausgaben.
Auf diese Prozentzahl hatten sich die 32 Mitgliedstaaten beim Nato-Gipfel in Den Haag im vergangenen Jahr geeinigt. Zusätzlich sollen die Nato-Länder 1,5 Prozent ihres BIP für verteidigungsrelevante Ausgaben wie Infrastruktur oder Cybersicherheit ausgeben.
Die meisten europäischen Länder haben seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 ihre Verteidigungsausgaben deutlich hochgefahren. Auf Druck von US-Präsident Donald Trump wurde dann in Den Haag das ambitionierte Fünf-Prozent-Ziel festgelegt. Den Schätzungen des Berichts zufolge gab Deutschland im vergangenen Jahr 2,39 Prozent seines BIP für Verteidigung aus.
Die im Verhältnis zum BIP höchsten Verteidigungsausgaben hatten dem Bericht zufolge Polen mit 4,3 Prozent, Litauen mit vier Prozent und Lettland (3,74 Prozent). Die Verteidigungsausgaben der USA entsprachen demnach im vergangenen Jahr 3,19 Prozent des BIP.
In absoluten Zahlen gerechnet gaben die 32 Nato-Länder 2025 den Angaben zufolge 1,63 Billionen Dollar (rund 1,41 Billionen Euro) für Verteidigung aus. Mehr als die Hälfte dieser Ausgaben entfielen mit 980 Milliarden Dollar auf die USA. Deutschland verzeichnete mit mehr als 120 Milliarden Dollar die zweithöchsten Verteidigungsausgaben.
Der Bericht bestätigte zudem die Ankündigung von Nato-Generalsekretär Rutte aus dem Juni, wonach alles Nato-Länder 2025 bei den Verteidigungsausgaben das Zwei-Prozent-Ziel erreichen würden. Beim Gipfel in Wales 2014 hatten sich die Mitgliedstaaten darauf geeinigt, innerhalb von zehn Jahren ihre Verteidigungsausgaben auf mindestens zwei Prozent des jeweiligen BIP zu erhöhen.
Bis Ende 2024 hatten laut dem letzten Jahresbericht der Nato nur 22 von 32 Staaten dieses Ziel erreicht. Den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zufolge geben nun alle Nato-Staaten mindestens zwei Prozent ihres BIP für Verteidigung aus. "Wir haben bei den Verteidigungsinvestitionen erhebliche Fortschritte erzielt", sagte Rutte. Die Nato sei "heute stärker als je zuvor".
Dabei bemühte sich Rutte erneut darum, die Spannungen zwischen den USA und den übrigen Nato-Partnern zu relativieren. Mit Blick auf die scharfe Kritik Trumps an den europäischen Verbündeten im Zusammenhang mit den Iran-Krieg sagte er, Europa habe "Zeit" gebraucht, weil die US-Regierung ihre Verbündeten "aus guten Gründen" nicht über die Angriffe auf den Iran habe informieren können. Das habe im Weißen Haus "zu einiger Frustration" geführt, räumte er ein.
Trump hatte sich verärgert darüber gezeigt, dass sich die Nato-Partner nicht an einem militärischen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus beteiligen wollten, und sie als "Feiglinge" beschimpft. Am Donnerstag schrieb er trotzig in seinem Onlinedienst Truth Social: "Die USA brauchen nichts von der Nato."
Rutte versuchte unterdessen Sorgen auszuräumen, dass die Ukraine wegen des Iran-Kriegs weniger Rüstungsgüter erhalte. "Die gute Nachricht ist, dass notwendige Ausrüstung weiterhin in die Ukraine geliefert wird". Gleichzeitig forderte er die Rüstungsunternehmen der Nato-Länder auf, ihre Produktion zu erhöhen.
K.Hofmann--VB