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Luftwaffe: Russland greift die Ukraine binnen 24 Stunden mit fast 1000 Drohnen an
Es ist einer der größten Angriffe seit Kriegsbeginn zur Tageszeit: Russland hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew binnen 24 Stunden mit fast 1000 Drohnen angegriffen. Mindestens acht Menschen wurden ukrainischen Angaben vom Dienstag zufolge getötet. Zudem wurde den ukrainischen Angaben nach das von der Unesco geschützte historische Stadtzentrum von Lwiw im Westen der Ukraine getroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland eine "absolute Verkommenheit" vor.
Der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte Russland 550 Drohnen am Dienstag tagsüber ab, nachdem in der Nacht zuvor bereits 392 Drohnen gestartet wurden.
"Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals Tagesangriffe in einem solchen Ausmaß gegeben hat", sagte der ukrainische Luftwaffen-Sprecher Jurij Ignat der Nachrichtenagentur AFP. "In dieser Größenordnung ist das grundsätzlich das erste Mal", fuhr er fort.
Zwei Menschen wurden in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk getötet. Unter den Verletzten sei ein sechsjähriges Kind, erklärten örtliche Behörden in Onlinediensten. Zehn Wohngebäude und eine Geburtsklinik seien beschädigt worden. Eine weitere Person wurde nach Behördenangaben in der zentralukrainischen Region Winnyzja getötet.
Bereits in der Nacht zum Dienstag hatte Russland die Ukraine mit massiven Luftangriffen überzogen, wobei mindestens fünf Menschen in verschiedenen Landesteilen getötet wurden. In Charkiw sei ein 61-jähriger Fahrgast einer Straßenbahn getötet worden, die von einer russischen Drohne getroffen wurde. Außerdem seien zwei Menschen in der ostukrainischen Region Poltawa sowie je ein Mensch in Saporischschja im Süden des Landes und in Cherson getötet worden.
Bei den Angriffen auf Poltawa wurden nach ukrainischen Angaben Wohngebäude und ein Hotel beschädigt. Zudem seien Feuer ausgebrochen. Aus Saporischschja meldete der Regionalgouverneur einen "massiven kombinierten Raketen- und Drohnenangriff". Neben dem einen Todesopfer habe es auch drei Verletzte gegeben. Sechs Wohngebäude, zwei Wohnhäuser, ein Einkaufsladen, eine industrielle Infrastruktureinrichtung sowie weitere Gebäude seien bei dem Angriff beschädigt worden.
Im westukrainischen Lwiw, das weit von der Front entfernt liegt, sah ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP Flammen aus einem Gebäude neben der St.-Andreas-Kirche aus dem 17. Jahrhundert und dem Bernardinerkloster im Stadtzentrum aufsteigen.
Der ukrainische Präsident Selenskyj warf Russland angesichts des Angriffes auf Lwiw eine "absolute Verkommenheit" vor. Nur jemand wie Kreml-Chef Wladimir Putin "könnte daran Gefallen finden", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. "Das Ausmaß dieses Angriffs macht überdeutlich, dass Russland nicht die Absicht hat, diesen Krieg tatsächlich zu beenden", fuhr er fort. Die Ukraine werde auf jeden Angriff reagieren.
Selenskyj hatte am Vortag vor einem neuen russischen Großangriff gewarnt. "Unsere Geheimdienste haben Informationen, dass die Russen möglicherweise einen Großangriff vorbereiten", sagte er.
Unterdessen erklärten die Behörden in der westrussischen Grenzregion Kursk, dass bei einem ukrainischen Angriff ein Mensch getötet worden sei. 13 Menschen seien verletzt worden.
A.Ruegg--VB