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Pistorius: Deutschland übernimmt Führung von Nato-Marineverband im Nordatlantik
Wegen der Verlegung eines britischen Kriegsschiffs ins östliche Mittelmeer übernimmt Deutschland laut Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Führung eines Nato-Marineverbands im Nordatlantik. Deutschland springe bei der Führung der Standing Nato Maritime Group 1 (SNMG1) mit der Fregatte "Sachsen" für die "HMS Dragon" ein, sagte Pistorius am Dienstag vor Journalisten in Singapur.
Die "Sachsen" sei ohnehin Teil der SNMG1 und werde "jetzt quasi logistisch die Führungsrolle" übernehmen, erläuterte Pistorius. Es entstehe dadurch "keine zusätzliche Belastung" für die deutsche Marine.
Die SNMG1 ist für den Bereich Nordatlantik, Nordsee und Ostsee zuständig. In wechselnder Zusammensetzung nimmt der Nato-Marineverband dabei an Manövern und Übungen teil, wie die Bundeswehr auf ihrer Website anführt. Derzeitiger Kommandeur ist nach Angaben der Nato-Kommandobehörde Marcom der spanische Admiral Joaquín Ruiz Escagedo.
London hatte nach dem Einschlag einer Drohne iranischer Bauart auf dem britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern Anfang März die Entsendung eines Kriegsschiffes in die Region angekündigt. Der eigentlich für die SNMG1 vorgesehene Zerstörer "HMS Dragon" wurde darauf hin ins östliche Mittelmeer verlegt.
Pistorius befindet sich zur Zeit auf einer Reise im Indo-Pazifik. Nach Besuchen in Japan und Singapur will der Verteidigungsminister nach Australien weiterreisen.
L.Meier--VB